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Romantic Fantasy

Werwolf, Vampir und Fee - Welches ist Dein liebstes übernatürliches Wesen?

Fantasybücher stehen seit einigen Jahren, vor allem beim jüngeren Publikum, hoch im Kurs. Was mit J.R.R. Tolkien und seinem Herr der Ringe einen fulminanten Anfang nahm, wird von aktuellen Fantasyautoren spannend fortgeführt. Geschickte Zauberer, schlagfertige Prinzessinen und toughe Ritter führen uns in eine Welt voller Magie und Märchenwesen. Besonders faszinierend sind für uns Leser dabei all die übernatürlichen Wesen, die sich den Helden mal in den Weg stellen und mal mit ihnen zusammenarbeiten. Besonders beliebt sind dabei Werwölfe, Vampire und Feen. Wir haben uns die eigenwilligen Kreaturen einmal genauer angeschaut.

1. Die Herkunft des Mannwolfes

Woher genau die Vorstellung von Werwolf, Vampir und Fee kommt, ist bei alten Mythen und Sagen immer schwierig festzustellen. Tatsächlich sind die Vorstellungen und Erzählungen über diese übernatürlichen und nicht-menschlichen Wesen scheinbar so alt wie die Menschheit selbst. Der Werwolf findet seine Erwähnung so nicht nur in der westlichen Welt. Auch in Indien, Afrika oder Russland gibt es Geschichten über Männer, die ihre Gestalt ändern. Was in der antiken oder alten Welt verehrt und als Geschenk Gottes betrachtet wurde, wurde im Mittelalter schnell verteufelt. Gab es zuvor sogar Wolfsbünde und Gruppierungen, die den Wolf anbeteten, wurden im Mittelalter, gleich den Hexenprozesse, vermeintliche Werwölfe angeklagt und hingerichtet.

Wahrscheinlich ist, dass der Mythos Werwolf aus einem Zusammenspiel unterschiedlicher Tatsachen entstand. So gab es bereits im Mittelalter Menschen, die an der sogenannten Wolfskrankheit litten. Hier bildet der Körper unnatürlich viel Körperhaar, das über den ganzen Körper und sogar das Gesicht verteilt ist. Zusätzlich gab es auch im Mittelalter schon die Übertragung der Tollwut auf den Menschen durch einen Tierbiss. Mittelalterforscher gehen außerdem davon aus, dass der Fingerhut eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Die Pflanze wirkt wie ein starkes Halluzinogen, durch dass sich Zunge und Haut pelzig anfühlen. Begleitet wird diese Wirkung von starker geistiger Verwirrung oder sogar einer leichten Amnesie.

2. Die Herkunft des Vampirs

Seinen Ursprung findet der heute bekannte Vampirmythos in Transsylvanien. Graf Vlad III erhielt aufgrund seiner eigenwilligen Kriegspraktiken die Beinamen Tepes (der Pfähler) und Draculae (ursprünglich Sohn des Drachen). Vlad entwickelte als Kriegsherr schnell eine Vorliebe für das lebendige Pfählen seiner Gegner. Das sollte vor allem jene abschrecken, die mit den gleichen kriegerischen Absichten sein Land betraten. Seine Gefolgsleute berichteten außerdem, dass er sein Siegesmahl gerne umgeben von den Leichen seiner Gegner einnahm. Und gelegentlich sein Brot in deren Blut tunkte.

Der Tyrann wurde 1477 ermordet und in der Nähe von Bukarest beerdigt. Als 1831 das Grab des Grafen geöffnet wurde, fand man es jedoch leer vor. Die perfekte Vorlage und Inspiration für Bram Stoker und seinen Roman Dracula. Die Faszination von ewiger Jugend und ewigem Leben lässt die Menschen über die Jahrhunderte bis heute nicht los. Das zeigt sowohl die historisch überlieferte Geschichte der Blutgräfin, als auch die heutige Nachfrage nach Vampirgeschichten. Die Fähigkeiten und Grenzen der Blutsauger werden dabei von jedem Autor neu aus- und festgelegt. Empfinden die einen etwa das Licht der Sonne als höchsten etwas unangenehm, können die anderen tatsächlich nur bei Nacht das Haus verlassen. Manche Vampire leben ein völlig normales, menschliches Leben, während die anderen in einem Sarg unter der Erde schlafen müssen. Ob klassisch oder modern: Welche Darstellung der Vampire bevorzugt wird, bleibt jedem Leser zum Glück selbst überlassen.

3. Herkunft der Fee

Die Figur der Fee wird erstmals in der Literatur des Mittelalters erwähnt. Besonders markant ist dabei der Auftritt der übernatürlichen Wesen bei Shakespeare. Alte höfische Berichten werden, nicht nur bei Shakespeare, mit übernatürlichen Begegnungen und urtümlichem Volksglaube gemischt. Die heutige Vorstellung über Aussehen und Fähigkeiten der Feen kommt jedoch aus dem 18. Jahrhundert. In der Romantik wurden Feen als kleine, zarte Wesen, meist Frauen, dargestellt, deren Volk vom Aussterben bedroht ist. Sie zeigten sich dabei bevorzugt Kindern, da Erwachsene die Feen oft grob behandelten. Aus Rache spielten Feen erwachsenen Menschen gerne gemeine Streiche.

In der heutigen Fantasyliteratur erleben wir Feen aus einem anderen Blickwinkel. Hier sind sie nicht immer nur kleine geflügelte Wesen, sondern werden von der Fee zu einer Elfe. Oft sind sie groß, schlank, sehr hübsch und haben durch ihr übermenschlich langes oder ewiges Leben unendliche Weisheit gesammelt. Ihre Beschreibung und ihre Fähigkeiten sind dabei fast schon gottähnlich. Das ist kein Wunder, wenn man sich die alten Volksglauben und Legenden genauer anschaut. Im Gaelischen sind Feen eigentlich Engel, die nach Lucifers Rebellion ebenfalls den Himmel verlassen haben, jedoch auf Erden geblieben sind. Im skandinavischen Volksglaube gehören Feen in das Totenreich und sind umherziehenden unerlöste Seelen.

4. Übernatürliche Wesen in der Literatur

In der klassischen Fantasy leben übernatürliche Wesen in einer mittelalterlichen Welt, in der Magie und ewiges Leben als selbstverständlich gelten. Anders stellt sich das dar, wenn Werwölfe, Vampire und Feen in unserer modernen Welt auftauchen. Hier ist es die Angst vor der Entdeckung, die die Wesen umtreibt. Egal ob Twilight, Vampire Diaries oder Trueblood: Der Kampf um Geheimhaltung und die Verwicklung in menschliche Angelegenheiten bedeuten meist mehr Ärger, als es den unsterblichen Wesen lieb ist.

Die Vorstellung, dass eben solche Wesen unter uns leben ist trotz all der Gefahren immer noch eine romantische. Denn Unsterblichkeit, ewige Jugend und übermenschliche Kräfte reizen unsere Fantasie und lassen uns den Alltag schnell vergessen. Wir wollen jedenfalls auch in Zukunft nicht auf klassische oder urban Fantasyromane verzichten!

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