Träumen&Reisen

Warum sich eine Reise nach Venezuela lohnt?

Ihr sehnt Euch nach schneebedeckten Gipfeln, karibischen Inselflair und weiten Ebenen?

Schneeweiße, feinsandige Traumstrände, pulsierende Metropolen, grüne Savannen und Tiefebenen zeichnen das Gesicht Venezuelas. Doch so spektakulär und vielfältig die Flora und Fauna des Landes ist, so bunt ist auch dessen Kultur.

Die Populärkultur von Venezuela setzt sich aus der indigenen, afrikanischen und spanischen Kultur zusammen und verleiht Land und Leuten seine Vielfalt. Maßgeblich setzte sich die spanische Kultur durch, derer die Mehrzahl der Kolonisatoren entstammten, und die besonderen Einfluss auf die Regionen Andalusien und Extremadura hat. Hingegen beschränkt sich der indigene Einfluss auf einige wenige Beiträge im Wortschatz sowie der Gastronomie. Relevante Musikinstrumente wie beispielweise der Tambour finden ihren Ursprung in der afrikanischen Kultur.

Sowohl landschaftlich, als auch kulturell hat Venezuela seinen Besuchern eine Schatzkiste voller Spektakel zu bieten. Welche Schätze dies sind und warum sich eine Reise in die lateinamerikanische Region auf jeden Fall lohnt, erfahrt Ihr hier:

 

 

1. Trekking und Bergsteigen

Die geographische Vielfalt Venezuelas bietet Euch ausgezeichnete Möglichkeiten zum Wandern. Besonders die Anden, deren Bergkette ganz Südamerika durchzieht, halten grandiose Trekking-Touren für Euch bereit. Für alle Kletter-Liebhaber unter Euch sollte auf jeden Fall ein Aufstieg zum Pico Bolívar, dem höchsten Berg Venezuelas, auf dem Programm stehen. Beginnend in La Mucuy, im Nationalpark Sierra Nevada, startet der Aufstieg und führt Euch über den spektakulären Dschungel in dezente Graslandschaften auf 4000 Meter Höhe.

Dort angekommen, eröffnet sich ein Bild der Superlative: ein von Bergen umrahmtes Tal mit Blick auf einen schönen Bergsee. Hier schlagen Kletterer in der Regel ihr nächtliches Zeltlager auf. Von dort aus könnt Ihr nun den Pico Humboldt, den zweithöchsten Berg, besteigen und auf dem Weg zum 4942 Meter hohen Gipfel einen Gletscher überqueren. Alternativ nehmt Ihr gleich den Pico Bolívar in Angriff, dessen Aufstieg allerdings nur klettererfahrenen Alpinisten empfohlen wird. Mit höchster Konzentration und sportlichem Engagement geht es in 16 Seillängen zum Gipfel des höchsten Bergs Venezuelas.

Oben angekommen, nach diversen Hürden und vielfältiger Vegetation, liegt Euch das imposante Land zu Füßen. Von der Spitze aus könnt Ihr einen Teil des Maracaibo-Sees im Bundesstaat Zulia und auch die kolumbianische Andenkette überblicken. Selbst für den Abstieg hält die Natur weitere Highlights für Euch bereit: Entweder Ihr nächtigt in der Hütte von Pedro Peña auf 3200 Meter oder Ihr wählt den Weg bis zum Dorf der Nevados.

Entscheidet Ihr Euch für Ersteres, führt Euch der Abstieg nach der nächtlichen Ruhe durch einen schönen Nebelwald bis zum Dorf Mucunután, wo die Wanderung endet. Gehört Ihr nicht zu den großen Klettermeistern, ist das auch kein Problem. Für Euch hält Venezuela zum Beispiel seinen größten Tafelberg, den Roraima Tepui, bereit. Frühmorgendlich starten die Touren zum Roraima, der 2810 Meter über den Meeresspiegel liegt.

Auf einer zweistündigen Wanderung bestaunt Ihr die Ostwand des Roraima-Tafelberges, den Matawi-Tafelberg und den Regenwald von Guayana, der Euch zu Füßen liegen wird. Ein weiterer Klassiker ist der Tafelberg Auyan. Seinen hohen Bekanntheitsgrad hat dieser seinem Wasserfall Salto Ángel zu verdanken. Als höchster Wasserfall der Welt ist er DAS Besichtigungsziel schlechthin. Auch wenn eine Begehung zur Oberfläche des Berges untersagt ist, könnt Ihr Euch dem Fuß des Auyan-Tepui nähern und die gewaltigen Ströme des Wasserfalls von dort aus beobachten.

2. Safari und Regenwald

Für alle unter Euch, die die Tiefebene bevorzugen, empfiehlt sich eine Safari durch die malerischen Ebenen im Gelände und zu Wasser. In der Tiefebene Los Llanos führen Euch die Wege durch Feuchtgebiete in die bunte Welt exotischer und wilder Tiere, die Ihr aus der Nähe beobachten könnt.

Im Herzen des Landes angekommen, warten Süßwasserdelfine, Scharlachsichler, Schopfhühner, Wasserschweine, Kaimane, Anacondas und Schildkröten auf Euch. Mit etwas Glück lässt sich sogar ein Blick auf die flinken Fischotter ergattern. Um in den tropischen Regenwald, der den Waraos als Heimat dient, einzutauchen, lädt der venezolanischen Orinoco-Delta-Nationalpark ein. Inmitten des Orinoco-Flussdeltas, dem weltweit beeindruckendsten Delta, lernt Ihr die Bewohner und die Tierwelt des Regenwalds kennen

3. Strand und Meer

Zur Entspannung und Verarbeitung dieser beeindruckenden Abenteuer, warten bereits die Strände und kleinen Inseln auf Euch, die sich entlang der Küste von Venezuela erstrecken. Wer sich nach Karbik-Feeling sehnt, der sollte die Inseln Margarita, Coche, Cubagua oder das atemberaubende Los-Roques-Archipel als Destination wählen.

Besonders für jedwede Wassersportart zeichnet sich die Isla Magarita aus, die zudem die Nationalparks Laguna de La Restinga und Cerro Copey beherbergt. Los-Roques hingegen verzaubert seine Besucher mit weißen Sandstränden, türkisfarbenen Wasser und atemberaubenden Korallenriffen.

Doch auch von den kleinen Inseln des Mochima-Nationalparks aus lassen sich prima Bootstouren zum Schnorcheln und Tauchen organisieren. Bei Dämmerung trifft man sogar auf den ein oder anderen Delfin und die malerischen Sonnenuntergänge laden zum Träumen ein.

4. Kulinarische Highlights

Ebenso abwechslungsreich wie das Land selbst, ist auch seine Küche. Besonders Arepa spielt in der täglichen Ernährung eine wichtige Rolle. Hierbei handelt es sich um die berühmten Maisfladen, dessen Teig aus Mais, Salz und Wasser besteht. Eben diese Grundzutaten sind auch Hauptelement der weihnachtlichen Hallaca, deren Teig je nach Region an Weihnachten mit weiteren Zutaten wie Schinken, geschmortem Fleisch, Zwiebeln, Oliven, Kapern und Cayennepfeffer gefüllt wird.

Die Hallaca ist das typisch venezolanische Weihnachtsgericht, mit dem sich alle Einwohner identifizieren und das einen hohen emotionalen Wert für sie hat. Neben diesen beiden Spezialitäten sind auch noch Gerichte wie Cachapa, eine Art Eierkuchen aus süßem Mais, Casabe, ein Fladenbrot aus Maniok, Dulce de lechosa, eine Papaya-Süßigkeit, und Pabellón criollo, bestehend aus schwarzen Bohnen, Reis, hachiertem Fleisch und reifen, frittierten Kochbananenscheiben, klassisch für die Küche von Venezuela. Zudem füllen vielfältige Fleischgerichte und eine große Auswahl an Weißbroten die Speisekarten der Venezolaner.

Nicht zu vergessen ist jedoch auch Venezuelas Kaffee- und Kakaotradition, die das Land seit 1730 aufrechterhält. Einst von den spanischen Missionaren begründet, prägte die Kaffeeproduktion die Geschichte des Landes. Obwohl die Kaffeeindustrie inzwischen nur noch eine geringe Bedeutung für die venezolanische Wirtschaft hat, wird sie heutzutage umso mehr von Genießern geschätzt. Vor allem der liebliche und zarte Charakter des venezolanischen Kaffees verkörpert seine Qualität und Einzigartigkeit. Kenner bevorzugen diesen Kaffee besonders für die frühen Morgenstunden. Unter Laien ist uns der venezolanische Kaffee meist unter dem Typ Arabica bekannt. Ob Kaffeekenner oder –trinker: seid Ihr in Venezuela, dann nutzt die Chance und besichtigt eine der zahlreichen Kaffeeplantagen.

5. Venezuela in der Literatur

Für alle, die bereits vor Reiseantritt in die sagenhafte Landschaft Venezuelas eintauchen möchten, hält Andreas Drouve in seinem Fotoband „Reise durch Venezuela“ bezaubernde Aufnahmen für Euch bereit. Diese führen Euch durch den dichten Dschungel, vorbei an großartigen Karibikstränden und vielen kleinen Dörfchen, hinauf an die imposanten Gipfel der Anden.

Isabel Beto greift in ihrem neuen Roman „An den Ufern des goldenen Flusses“ die fantastische Landschaft von Venezuela mit seinem Orinoco-Flussdelta auf. Dabei begeben wir uns auf eine Reise zurück ins 17. Jahrhundert, in dem die Kaufmannstochter Jana mit ihrem Verlobten Reinmar auf den Weg nach Südamerika ist. Aufgrund eines tobenden Sturms an der venezolanischen Küste kentert jedoch ihr Schiff und von Reinmar fehlt jede Spur. Schließlich ist Jana auf die Hilfe des wortkargen Halb-Indios Arturo angewiesen, der jedoch sein eigenes Ziel verfolgt und einen sagenumwobenen Schatz an den Quellen des Orinocos sucht. Statt Jana also auf direktem Weg zu ihrem Ziel, nach Angostura, zu bringen, wartet eine abenteuerliche Flussfahrt auf sie.

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