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Scheiden lassen – Ab wann ist es sinnvoll?

Scheiden lassen tut weh – das bedarf keiner Erklärung. Aber eine Scheidung muss nicht zwangsläufig im Rosenkrieg enden. Wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt und alles Mögliche ohne Erfolg versucht wurde, kommen auch zwei sehr gute Partner nicht länger miteinander aus. Wir sehen die Scheidung als Chance. Für Neuanfänge. Für neue Freunde. Für neues Selbstvertrauen. Für neue Stärke. Und für neues Glück. In unseren Scheidungstipps für Frauen zeigen wir Dir, wie Du die Gründe erkennst, welche Vor- und Nachteile eine Scheidung mit sich bringt, was es bei Scheidungskindern zu beachten gilt und geben Dir wertvolle Tipps, damit Du den ersten Schritt heraus aus einer unglücklichen Ehe wagen kannst.

Scheidungsgrund Nr. 1: Die Heirat selbst!

Ob Brad Pitt und Angelina, Taylor Swift und Calvin Harris oder das Pärchen von nebenan – es scheint so, als würde sich jede zweite scheinbar glückliche Ehe in Luft auflösen und die Ehe selbst zum Auslaufmodell mutieren. Glücklicherweise nicht! Dank Social Media, Klatsch und Tratsch sind wir heutzutage nur besser über das Privatleben der anderen informiert und ein einschneidendes, Ereignis, wie eine Scheidung, wird anders wahrgenommen als positive, alltägliche Dinge. Obwohl eine Scheidung nie so einfach war wie heute, sprechen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts für sich: Es wird nicht mehr geschieden als noch vor einigen Jahren, es wird nur wieder mehr geheiratet. Heutzutage geht der Trend zur späten Scheidung: Während Ehen in den 90er-Jahren nach durchschnittlich elf Jahren geschieden wurden, gehen sie heute erst nach 15-25 Jahren in die Brüche. Die Flucht aus der Ehekrise und der Wunsch nach einer Scheidung geht laut Statistiken, häufiger von der Frau aus. Gründe gibt es unzählige, die zehn häufigsten haben wir im Folgenden zusammengestellt.

So simpel und stupide es auch klingt: Der häufigste Scheidungsgrund ist die Heirat selbst! Die Heirat aus Liebe ist zur Seltenheit geworden. Es wird vermehrt aufgrund von Steuervorteilen geheiratet, weil gerade ein Baby unterwegs ist und die konservativen Eltern Druck machen, oder weil es momentan eben „so passt“. Eine solch überstürzte Heirat hat häufig eine fehlende Kommunikation zwischen den Ehepartnern zur Folge – es wird sich aus dem Weg gegangen, man lebt sich immer mehr auseinander. Trauer und Verzweiflung folgen. Und somit auch der Gedanke an einen neuen Partner, mit dem doch bestimmt alles viel besser wäre. Im Streit werden Fehler nur beim Partner gesucht oder es wird beim kleinsten Streit „geflüchtet“, da kein Wille zur Lösungsfindung vorhanden ist. Wer hätte es gedacht? (Wiederholtes) Fremdgehen ist der zweithäufigste Scheidungsgrund – ähnlich problematisch ist eine Flaute im Bett und unerfüllte, erotische Fantasien. Weitere Gründe sind egoistische Verhaltensweisen, Geldfragen, unterschiedliche Ansichten im Bezug auf die Familienplanung oder Erziehung der Kinder, Suchtprobleme des Partners und glücklicherweise auf einem der hinteren Plätze die körperliche Gewalt. Erkennst Du Dich in einer dieser Situationen wieder? Oder erlebst Du gleich mehrere alltäglich? Dann können Dir unsere Scheidungstipps für Frauen dabei helfen, den Schritt aus einer unglücklichen Ehe zu wagen und wieder selbstbestimmt und glücklich durch das Leben zu gehen. Denn „Es braucht keinen Grund zu gehen, wenn man keinen Grund mehr hat, zu bleiben.“

Psyche, Kinder & Geldbeutel leiden – Nachteile der Scheidung

Vielleicht leichter gesagt, als getan. Oder warum leben so viele Frauen und Männer in unglücklichen Ehen weiter? Psychologisch gesehen ganz einfach: Die Entscheidung zu gehen, ist ein riesiger Schritt und die Scheidung selbst ein schwerer Einschnitt. Dein Ziel bestand darin, mit Deinem Partner bis ans Lebensende zusammenzubleiben. Vor dem Altar habt ihr euch noch voller Verliebtheit und Leichtigkeit versprochen, in schlechten und in guten Zeiten füreinander da zu sein. All das ist gescheitert. Ihr konntet euer Versprechen nicht halten. Und das erschüttert Dich existenziell. Dazu kommen finanzielle und materielle Ängste. Kommst Du allein überhaupt über die Runden? Wie wird der Besitz aufgeteilt, ohne einen Rosenkrieg durchleben zu müssen? Welche rechtlichen Kosten und Regelungen gilt es zu beachten? Und gibt es dann auch noch Kinder, wird die Entscheidung noch schwieriger, da die Vision der heilen Familie nicht zerstört werden soll. Wer bekommt die Kinder? Inwiefern leiden die Kinder unter der Scheidung? Fragen über Fragen. Die finanziellen Nachteile werden bereits im Trennungsjahr, welches der amtlichen Scheidung vorausgeht, deutlich, da das Ehegattensplitting im Bezug auf die Steuervorteile verliert seine Gültigkeit. Anschließend folgen Anwalts- und Gerichtskosten, die unter den Ehepartnern aufgeteilt werden müssen. Auch wenn keine Kinder da sind, ist der Ehepartner mit dem höheren Einkommen unterhaltspflichtig – je nach Einkommenshöhe und Vermögen. Ist darüber hinaus kein Ehevertrag vorhanden, wird der Vermögenszuwachs, der während der Ehe entstand, gerecht aufgeteilt. Gemeinsame Immobilien, laufende Kredite und komplizierte Konstellationen verwandeln die finanziellen Regelungen im Scheidungsfall nicht selten in einen wahren „Bürokratie-Dschungel“. Das muss aber lange kein Hindernis für Dich sein, um aus der Ehekrise auszubrechen. Kostenlose Rechtsberatungen und Beratungsstellen, die sich auf Scheidungsfälle spezialisieren, helfen kompetent weiter und geben auch speziell Scheidungstipps für Frauen.

Geld ist zweitrangig – die psychische Belastung ist der größere Nachteil. Zahlreiche Studien besagen, dass die Kinder bei einer Trennung der Eltern am meisten leiden. Endet die Scheidung zusätzlich in einem unschönen Rosenkrieg, den die Kinder hautnah miterleben, können sie sogar ein höheres Risiko für Bildungsnachteile, die psychische Gesundheit und eine schlechtere Sozialisierung haben. Das trifft natürlich nicht immer zu: Trennen sich die Eltern im Guten und wird schnellstmöglich eine Alltagsroutine erarbeitet, die für Eltern und Kinder angenehm ist, können auch Kinder leichter mit der neuen Situation umgehen. Du siehst schon: Es bedarf nur Mut und die richtige Herangehensweise, den Schritt zu wagen. Laut verschiedener Studien leiden Partner und Kinder in den ersten zwei Jahren nach der Scheidung am meisten – aber lohnt es sich nicht eher zwei Jahre zu leiden, als eventuell das restliche Leben?

Vorteile der Scheidung – Ja, die gibt es!

Aber wir würden Dir keine Scheidungstipps für Frauen geben, wenn wir nicht eine ganz Menge an Vorteilen nennen könnten. Klar, es gehört dazu, eine Zeit lang zu heulen und zu leiden. Aber ganz ehrlich – einem Ehepartner, der Dich nicht respektiert, der Dir eventuell sogar fremdgeht oder dich im schlimmsten Fall nicht nur seelisch, sondern auch körperlich verletzt, solltest Du nicht noch mehr Deiner wertvollen Zeit schenken. Forscher der London Kingston University haben sogar herausgefunden, dass es Frauen fünf Jahren nach der Scheidung um einiges besser geht, als während der Beziehung. Das wirkt sich auch auf Deine Gesundheit aus. Mit weniger Streits, Konflikten und Belastungen lebt es sich gesünder, glücklicher und das Risiko an Herzkrankheiten oder Depressionen zu erkranken, sinkt drastisch. Das betrifft nicht nur Deine Psyche und Gesundheit, sondern auch die Deiner Kinder. In den wenigsten Fällen klappt es, den Kindern weiterhin eine heile Welt vorzugaukeln und nur ihnen zuliebe die gescheiterte Ehe weiterzuführen – spätestens sobald die Kinder im entsprechenden Alter sind, decken sie den Hokuspokus auf. Löst Du das angespannte Verhältnis auf, nimmst Du gleichzeitig Deinen Kindern eine große Last von den Schultern. Die Kids können trotzdem normal aufwachsen – dafür haben sie jetzt eben zwei „Zuhause“, aber dafür weniger Stress und Streit.

Scheidung gleich Single Forever? Auf keinen Fall! Laut Studien der Marriage Foundation liegt das Scheidungsrisiko bei der zweiten Ehe um einiges niedriger als nach der ersten Heirat. Eigentlich logisch, da Du nun viel überlegter an eine neue Beziehung herangehst und bestimmt nicht ein zweites Mal aus den falschen Gründen heiratest. Aber das ist kein Grund, Dich sofort in die nächste Beziehung zu stürzen. Gib Dir Zeit, schließe Frieden mit Dir und lerne Dich selbst erst wieder richtig kennen. Sei ruhig ein bisschen egoistisch.

Sechs Scheidungstipps für Frauen – gefestigt aus der Ehekrise

Die Zeit, als Du die ersten Schmetterlinge im Bauch hattest und die romantische Zweisamkeit mit deinem (Ex)Partner das Höchste der Gefühle war, ist Schnee von gestern. Eure Fotos und Nachrichten hast Du schon lange gelöscht und die Erinnerungen an schöne Momente können das Ruder auch nicht mehr umreißen. Deine Entscheidung steht fest – dein Weg führt nur alleine weiter! Im folgenden Abschnitt liefern wir Dir einige Scheidungstipps für Frauen, mit denen Du das Trennungsjahr erfolgreich überstehst und mit erhobenem Kopf in einen neuen Lebensabschnitt starten kannst.

1. Werde selbst aktiv!

Befragt man Frauen, die bereits geschieden sind, sind diejenigen glücklicher, die verlassen haben. Nicht die, die verlassen wurden. Mach Du den ersten Schritt – gehst Du selbst diesen Weg und ergreifst Du die Initiative, der Ehekrise ein Ende zu setzen, verkraftest Du negative Folgen viel leichter. Wirst Du dagegen verlassen, rutschst Du schnell in die Opferrolle, wirst bemitleidet und hängst länger in Trauer und Selbstzweifeln fest – der nächste Punkt knüpft direkt daran an.

2. Teamwork statt negative Vibes!

Hört sich komisch an, aber auch wenn Du ihn vielleicht am liebsten in Stücke reißen würdest, solltest Du clever handeln, denn daraus kannst Du profitieren. Eine einvernehmliche Scheidung spart eine Menge Nerven, Ärger und Geld. Habt ihr euch zu Themen wie Umgangsrecht, Unterhalt und Vermögensaufteilung geeinigt, ist im Gegensatz zur streitigen Scheidung, nur ein Rechtsanwalt nötig und die Scheidung kann bereits nach nur sechs Monaten erledigt sein. Eine harmonische Scheidung ist selbstverständlich auch für die Kinder angenehmer.

3. Raus aus der Opferrolle!

Mach Dir das bewusst! Viele Frauen neigen dazu, sich nach der Trennung selbst in die Opferrolle zu drängen, da sie an ihrer finanziellen Situation zweifeln. Dein Ex-Partner ist finanziell besser gestaltet? Er lebt jetzt in einer viel luxuriöseren Wohnung als Du? Er hat den besseren Job und Du bist dank Kindererziehung und Hausfrau-Dasein völlig aus dem Arbeitsleben herausgekommen? Nicht jammern – handeln! Sieh Deine neue Lebenssituation als Neuanfang, als Chance. Arbeite daran, Dir ein neues Leben aufzubauen und profitiere von der Scheidung, indem Du an Stärke und Selbstwert gewinnst. Sei dennoch nicht zu stolz, um den Unterhalt deines Ex-Partners anzunehmen. Gerade wenn Du an Deiner beruflichen Zukunft arbeiten möchtest, ist eine kleine Finanzspritze nicht verkehrt. Investiere beispielsweise in Seminare für den beruflichen Wiedereinstieg oder Umschulungen und verwirkliche Deine Träume. Hast Du Kinder, ist dies noch ein Grund mehr, ein gutes Vorbild zu sein und sich nicht in Selbstzweifeln hängen zu lassen.

4. Tu Dir Gutes!

Geh in Dich und werde Dir bewusst, was Dir gut tun würde. Wenn Du die Möglichkeiten dazu hast, kann das eine große Veränderung wie ein Umzug in eine neue Stadt oder ein Jobwechsel sein. Alleine oder mit der besten Freundin zu verreisen und abzuschalten, ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, das Leben neu anzuordnen. Dir fehlt das Budget? Dann baue ganz banale Dinge in Deinen neuen Alltag ein, um ihn etwas zu versüßen. Ein Glas Prosecco am Abend, eine heiße Wanne oder der regelmäßige Ausgeh-Abend mit den Freundinnen – tu Dinge, die Du während deiner Ehe vermisst hast, oder die zu kurz kamen. Wetten, Du fühlst Dich gleich ein bisschen jünger?

5. Verstehe Dich selbst!

Freunde, Bekannte und Kollegen haben Dich gern und sind da, wenn Du sie brauchst. Aber sie können nicht immer helfen. Wenn Du merkst, es geht nicht mehr, ist eine Therapie nichts, was Dir peinlich sein muss. Eine persönliche Therapie oder Selbsthilfegruppen für Trennung & Scheidung, schrecken auch vor Deinen schlimmsten Ängsten, Gefühlen und Gedanken nicht zurück. Und vielleicht lernst Du so nicht nur Gleichgesinnte, sondern neue Freunde kennen!

6. Liebe Dich selbst!

Das ist mit Sicherheit der wichtigste Punkt – stell ihn Dir einfach in Rotschrift und fettgedruckt vor. Gerade dann, wenn Dir Dein Expartner das Gefühl gegeben hat, du seist nicht mehr schön oder sexuell attraktiv, tu etwas dagegen. Melde Dich im Fitnessstudio an – Sport ist nicht nur gesund, er steigert auch die Laune und verleiht Dir ein völlig neues Körpergefühl. Ändere Deine Haarfarbe. Deinen Haarschnitt. Probiere neue Make-Up-Looks aus, wenn Du Dich gerne schminkst. Gönne Dir ab und zu einen Besuch im Spa oder bei der Kosmetikerin. Sortiere Kleidungsstücke aus, die mit negativen Erinnerungen behaftet sind und geh auf Shopping-Tour mit Deinen Mädels. Lerne, Dein Spiegelbild zu lieben – auch ohne Partner an der Seite. Sei einfach lieb zu Dir selbst. Nietzsches Zitat beschreibt es sehr gut: „Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“. Sieh die Trennung als Chance und werde Dir bewusst darüber, dass es oft nur Gewohnheit und Faulheit sind, die Dich in unglücklichen Situationen festhalten.

Im Roman „Inselsommer“ der Autorin Gabriella Engelmann wird das Thema Selbstliebe aufgegriffen. Es geht um Paula, eine 45-jährige Galeristin, die eigentlich immer dachte, dass sie mit ihrem Ehemann doch so glücklich sei. Bis der jüngere Vincent kommt. Um sich Klarheit über ihre wirren Gefühle zu verschaffen, geht sie auf Abstand und verbringt einen Urlaub auf Sylt ...  

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