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Freundschaft plus: Funktioniert das wirklich?

Freundschaft und Sex. Lässt sich das wirklich verbinden? Immer mehr Singles, vor allem in den jüngeren Generationen, sagen dazu laut und deutlich „Ja!“ und lassen sich auf regelmäßigen, aber trotzdem unverbindlichen Sex unter Freunden ein. Das ist das Konzept der Freundschaft plus, und es scheint zu funktionieren. Solange man auf der gleichen Seite steht.  

So funktioniert die Freundschaft plus:

Freunde mit gewissen Vorzügen

Bei einer Freundschaft plus ist das hauptsächliche Ziel, heißen Spaß in lockerer Zweisamkeit zu haben. Die Gründe, warum dabei keine feste Beziehung eingegangen werden möchte, sind vielfältig: Vielleicht ist die Anziehung nur auf körperlicher Ebene da, oder man möchte sich noch ausprobieren. Oder man kommt gerade frisch aus einer Beziehung und braucht zwar seine Ruhe, möchte aber die körperliche Komponente einer Beziehung, also den Sex, einfach nicht mehr missen. Bei den „friends with benefits“, wie es im englischen Sprachgebrauch (und dadurch häufig auch im Internet) heißt, geht es deshalb ganz unverbindlich darum, Sex unter Freunden zu haben, und sich dabei keiner Rechenschaft schuldig zu sein. Es ist eine einvernehmliche Absprache, die gegenseitigen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne im weiteren Verlauf emotionale Bindungen zu knüpfen, also ganz ohne dieses „Beziehungsgedöns“. Dadurch kostet eine Freundschaft plus weniger Zeit und weniger Energie als eine Beziehung, was auch ein wichtiger Faktor für eine solche sein kann. Zwischen One-Night-Stand und Partnerschaft bildet die „F+“ so das Bindeglied in einer selbstbestimmten Gesellschaft. Wie ein solches Arrangement zustande kommt, ist ganz unterschiedlich. Die zukünftige Freundschaft plus kann, wie der Name es ja auch suggeriert, im eigenen Bekanntenkreis zu finden sein, wenn es passt. Man kann aber eine Freundschaft plus durchaus auch über Plattformen finden, und sich dann erst neu kennenlernen mit dem klaren Ziel von Sex unter Freunden vor Augen. Am einfachsten geht dies heutzutage online, und man hat das Gefühl, dass die Auswahl da wirklich mehr als zufriedenstellend ist.

Die besonderen Vorteile unverbindlichen Spaßes

Einer der größten Vorteile einer Freundschaft plus kam ja bereits durch: es muss deutlich weniger Energie und Zeit in ein solches Arrangement gesteckt werden, und kann somit auch eine Art von Überbrückungszeit darstellen, in der man sich neu orientieren kann. Trotzdem bekommen beide Seiten das, was sie wollen – heißen, intimen Sex. Das geht unter Freunden, wo man sich bereits kennt und vertraut, deutlich besser als unter Fremden, wie zum Beispiel bei einem One-Night-Stand. Und all das bekommt man (im besten Fall) ohne das Gefühlschaos und die gegenseitigen Erwartungen, die eine Beziehung mit sich bringen würde. Beide Seiten behalten ihre absolute Unabhängigkeit, und müssen sich nicht gegenüber dem anderen rechtfertigen. Sie können daten, mit anderen Partnern Sex haben – oder sich spontan mit der Freundschaft plus für ein bisschen Zweisamkeit treffen. Das hält die Spannung zwischen den Parteien aufrecht. Trotzdem kann man sich dank des gegenseitigen Vertrauens bei dem anderen fallen lassen, und den gemeinsamen Sex ganz ohne Hemmungen genießen. Sich nicht jedes Mal auf jemanden neues einstellen zu müssen kann von großem Wert sein, vor allem, wenn man die Vorlieben und Abneigungen des anderen mit der Zeit immer besser kennen und einzuschätzen lernt, und der Sex unter Freunden so auch von Mal zu Mal besser wird. Meistens kann man in einer Freundschaft plus auch viel Neues ausprobieren und hemmungsloser sein als bei beispielsweise eine Affäre, bei der eben der Aspekt von Vertrautheit bzw. Vertrauen manchmal gänzlich fehlen kann. So entsteht also in einer Freundschaft plus eine Dynamik beim Sex unter Freunden, die zwar immer wieder aufregend ist, aber trotzdem ein gewisses „Sicherheitsnetz“ bietet. Freundschaft plus ist also für all jene etwas, die ihre Unabhängigkeit und Freiheit genießen wollen, und deren Erwartungshaltung dem Sexpartner gegenüber nur eines beinhaltet: Spaß.

Das Gefahrenpotential einer Freundschaft plus liegt im Liebeskummer

Auf der anderen Seite ist eine Freundschaft plus eventuell nichts für all jene, die Verbindlichkeit brauchen, um sich bei einer Tätigkeit wie Sex wohlzufühlen. Ein solches Arrangement kann ihnen dann vielleicht nicht das geben, was sie sich erhofft hatten, und das führt in manchen Fällen schlussendlich zu Frust. Auch muss man bei Sex unter Freunden stets sein Herz – und auch das des Gegenstücks – im Auge behalten. Denn Freundschaft setzt eine gewisse zueinander passende Chemie untereinander voraus, und wenn dann noch die körperliche Komponente hinzukommt, kann es schnell passieren, dass sich dann doch Gefühle für den anderen entwickeln. Wenn diese jedoch nicht erwidert werden, führt das unweigerlich zu Herzschmerz, und kann zusätzlich die Freundschaft gefährden. Generell kann es passieren, dass die Rückkehr aus einer Freundschaft plus zu einer „einfachen“ Freundschaft ein wenig holprig sein kann. Wenn man einvernehmlich beschließt, die Sache zu beenden – dafür kann es die verschiedensten Gründe geben – steht man oftmals vor dem Rätsel, wie man damit am besten umgeht. Hier hilft es, ein bisschen Abstand voneinander zu nehmen, für eine Zeit lang nur etwas mit anderen Freunden gemeinsam zu unternehmen, und andere Leute zu daten – wenn man nicht gerade eine monogame Beziehung eingegangen ist. Denn auch das kann während einer Freundschaft plus passieren: einer der beiden Parteien datet jemanden, verliebt sich, und bricht den gemeinsamen Sex ab, um sich der frischen Beziehung zu widmen. Wenn man nicht aufpasst, führt dies schnell zur Eifersucht – eine Emotion, die man auf keinen Fall am anderen auslassen sollte, denn dadurch könnte die Freundschaft einen echten Knacks kriegen. Trotzdem ist es immer gut, sich seine Gefühle, egal welche es sind, einzugestehen, und offen zu kommunizieren. Denn eines lehren uns zahlreiche Filme und Bücher: spätestens seit Mila Kunis und Justin Timberlake in der Liebeskomödie „Freunde mit gewissen Vorzügen“ über unverbindlichen Sex zueinander gefunden haben, wissen wir, dass die Gefühle des verliebt seins manchmal auch durchaus erwidert werden, und aus der Freundschaft plus entsteht dann doch etwas Festes oder zumindest etwas Ernsteres. Es mag zwar nicht immer ganz so rosig sein im echten Leben und Gefühle bleiben unerwidert, doch man sollte in diesem Fall immer vermeiden, Gefühle zu internalisieren, also „in sich hinein zu fressen“. Man kann sich nicht gegen sie wehren, aber wenn es dann doch passiert und man sich unglücklich in die Freundschaft plus verliebt, sollte man sich auf jeden Fall von außerhalb – seien es Freunde oder Familie – Unterstützung oder Tipps gegen Liebeskummer holen.

7 Dinge, die man in einer Freundschaft plus beachten sollte

Es gibt ein paar Dinge, die man sich zu Herzen nehmen sollte, wenn man in einer Freundschaft plus steckt und neben dem Sex auch seine Freundschaft erhalten möchte. Deshalb sind hier 7 Tipps, wie die Freundschaft plus klappen kann:

1.       Kommunikation legt den Grundstein für eine erfolgreiche F+
Wenn man sich mit einer Bekanntschaft in die Gefilde einer Freundschaft plus begibt, dann sollte man mit seinem zukünftigen Sexpartner vor allem erst einmal eins tun: miteinander reden. Eine Aussprache, was man will und was nicht, sollte unbedingt von vornherein stattfinden, damit keine der beiden Parteien die Lage missinterpretiert.

2.       Klare Regeln helfen bei der Abgrenzung
Ob man feste „Dates“ ausmachen möchte, wann man sich zum Sex trifft, oder lieber auf der spontanen Seite bleiben will, um die Spannung nicht zu nehmen, das bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass man untereinander klare Regeln deswegen hat, vor allem auch zu dem Thema, was der Sex für die gemeinsame Freundschaft (ohne das plus) bedeutet. Man sollte eventuell gemeinsame Unternehmungen auch ohne anschließenden Sex in Erwägung ziehen, damit der Freundschaftsaspekt nicht auf der Strecke bleibt. Aber: intimere Dinge wie Händchen halten oder Küsse haben bei solchen rein freundschaftlichen Unternehmungen nichts verloren. Vor allem dann nicht, wenn gemeinsame Freunde mit dabei sind. Vor diesen sollte man auch nicht unbedingt mit seinem Sexleben hausieren. Denn ansonsten macht man es sich selbst nur schwer.

3.       Aufeinander achten und sich gegenseitig neu kennenlernen
Auch ohne Beziehung ist es wichtig, auf die Reaktionen seines Gegenübers acht zu geben und dementsprechend zu handeln. Sex ist ein Geben und Nehmen, und das gilt auch für Sex unter Freunden. Es geht darum, dass beide Parteien Spaß haben – und das bedeutet auch, sich um den anderen zu kümmern, selbst wenn den eigenen Bedürfnissen bereits gerecht wurde. Das macht eine gute Vertrauensbasis aus, die im Idealfall bereits zwischen euch bestehen sollte, wenn ihr die Freundschaft plus beginnt.

4.       Ehrlichkeit währt am längsten
Wenn es dann doch passiert, und die Freundschaft plus einem einfach nicht mehr aus dem Kopf geht, sollte man es sich eingestehen. Man hat sich verliebt. In diesem Fall sollte man sich dann einen Ruck geben und seinem Sexpartner die Lage schnellstmöglich erklären. Und dann sollte man auch stets darauf beharren, dieses „Problem“ gemeinsam zu lösen. In sich zu gehen und sich bewusstwerden, was man jeweils möchte und wie dies (gemeinsam oder alleine) umsetzbar ist, ist an dieser Stelle essentiell. Und wenn die eigenen Gefühle nicht erwidert werden, ist es meistens das Beste, den Kontakt erst einmal abzubrechen und Gras über die Sache wachsen zu lassen.

5.       Sich gegenseitig den nötigen Freiraum lassen
Andere Menschen trotz Freundschaft plus zu daten, ist nicht nur ausdrücklich erlaubt und Sinn der Sache, sondern tut auch oftmals der Freundschaft gut. Denn ansonsten fixiert man sich zu sehr auf einen Menschen, und dann entstehen doch wieder diese nervigen Gefühle. Auch spontane Absagen oder fehlende Lust des Gegenübers sollte man lernen, in Kauf zu nehmen. Ein großer Punkt bei Sex unter Freunden ist schließlich die Unabhängigkeit. Damit die Fixierung auf den anderen erst gar keine Chance hat, sollte man sich zudem überlegen, ob man nach dem Sex wirklich noch kuscheln oder was unternehmen möchte oder nicht doch lieber schnellstens seine sieben Sachen packt und Abstand nimmt. Sex und Freundschaft so strickt wie möglich zu trennen ist oftmals der beste Weg für eine gelungene Freundschaft plus.

6.       Bei negativen Emotionen gilt es, Abstand voneinander zu nehmen
Sobald negative Gefühle Eifersucht, Frust oder gar Streit die Überhand in einer Freundschaft plus nehmen, gilt es, den Kontakt erst einmal zurück zu schrauben oder sogar gänzlich auf Eis zu legen. Denn solche Gefühle, sollten sie nicht auf Banalitäten beruhen, haben doch immer etwas mit tiefer gehenden Emotionen zu tun oder sind zumindest Indizien für diese. Manchmal reicht es aus, sich ein oder zwei Wochen nicht zu sehen. Doch man sollte auch immer zu sich selbst ehrlich sein, und im Zweifelsfall eine längere Pause machen. Eifersucht hat in einer Freundschaft plus nämlich nichts verloren – der Charakter der offenen Beziehung, den „Freunde mit gewissen Vorzügen“ haben, ist ja gerade das, was eine Freundschaft plus von vornherein ausmacht.

7.       Doch die Regel Nummer eins bleibt: Spaß (und guten Sex) haben
Trotz all diesen Regeln und Tipps und Dingen, die man lieber beachten sollte, darf eine Sache auf keinen Fall zu kurz kommen: das Vergnügen. Sex ist toll, deshalb hat man die Freundschaft plus ja überhaupt erst begonnen. Macht es so, wie ihr wollt, denn euer Leben ist eure Entscheidung. Folgt den Regeln oder ignoriert sie komplett, oder macht es genau umgekehrt, wenn es besser zu euch passt. Hauptsache, ihr habt Spaß.

Eine Beziehung wollen die Protagonisten Mia Fiore und Logan St. Claire aus Adele Manns Roman „Burning Bad Boy“ auf keinen Fall eingehen.

Mia will nämlich eigentlich nur eines: einen guten Job als Feuerwehrfrau machen, damit sie für andere verhindern kann, was ihr selbst einst wiederfahren ist: Mia hat ihre Eltern einst bei einem Brand verloren, und kämpft nun dafür, dass so wenig Leute wie möglich dieses Schicksal mit ihr teilen müssen.

Als sie auf die Wache von Logan versetzt wird, legt sie sich sofort mit ihm an, da er scheinbar sorglos ist und Frauen bei der Feuerwehr ablehnend gegenüber zu stehen scheint. Es geht Mia gehörig gegen den Strich, dass er die Einstellung hat, Frauen gehören stattdessen lieber in sein Bett. Doch die beiden können sich der Anziehungskraft, die sie füreinander verspüren, nicht entgegensetzen und landen schließlich im Bett. Aber eine Beziehung? Und auch noch zwischen Mia und Logan? Auf gar keinen Fall! Dafür hat keiner der beiden Zeit oder Elan.

Viel wichtiger ist es, die Brandstifterserie in Brooklyn in Schach zu halten und dafür zu sorgen, dass niemand mehr verletzt wird. Doch dieses Unterfangen ist gefährlicher, als es am Anfang zu sein scheint, und schon bald müssen Mia und Logan ihre Gefühle füreinander erneut hinterfragen – sonst droht ihre Zusammenarbeit zu scheitern.

Ist da vielleicht doch mehr, als die beiden am Anfang gedacht hätten?

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