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Frauenpower! Wir lieben Bücher über starke Frauen

Wir finden, dass Bücher für Frauen völlig zu Unrecht einen schlechten Ruf haben. Das haben wir für euch im Text Romane für Frauen: Wir lieben Frauenliteratur! schon ausführlich erklärt. Aber damit nicht genug! Wir müssen endlich weg von unserem festgefahrenen Klischeedenken! Es gibt jede Menge ausgezeichnete Bücher über starke Frauen, fiktive und nicht fiktive, von deren Protagonistinnen sich wahrscheinlich jede von uns ein Scheibchen abschneiden kann! Wenn es diese Bücher doch schon gibt, warum lesen wir sie dann nicht auch, lassen uns gut unterhalten und lernen gleich noch ein bisschen dabei? Eben! Hier kommen 4 ausgezeichnete Gründe, warum es uns Bücher über starke Frauen angetan haben:

1. Wir können uns identifizieren

Wenn wir schon beim Klischeedenken sind, dann dürfen die üblichen Genderklischees natürlich nicht unerwähnt bleiben: Frauen sind so, Männer so. Wir scheinen diese Denkweise mit der Muttermilch aufzusaugen und lernen sie später noch zu vertiefen. Kein Wunder, werden wir doch durch die Gesellschaft in unserem Klischeedenken meist bestätigt. Egal ob angeboren oder erlernt, die kleinen feinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen existieren. Auch wenn die Entwicklung dahin geht, dass diese (glücklicherweise!) immer kleiner werden, bleiben geschlechterspezifische Unterschiede trotzdem erhalten. Damit einher gehen geschlechterspezifische Stärken und Schwierigkeiten. Wo wir bereits beim Thema wären: Frauen sind nicht das schwächere Geschlecht! Mag sein, dass Frauen manchmal feinfühliger und emotionaler sind, aber das ist absolut nicht gleichzusetzen mit Schwäche. Im Gegenteil — einige der größten Stärken rühren aus der (anerzogenen) Möglichkeit, dass Frauen ihre Gefühle auch zeigen dürfen! Was das jetzt mit Büchern über starke Frauen zu tun hat fragt ihr euch? Frauen können sich — aus vielen gegebenen Gründen — leichter mit anderen Frauen identifizieren und deren Probleme und Handlungsweisen nachvollziehen. Oder sie können ebendiese als Frau so gar nicht nachvollziehen. In beiden Fällen identifiziert sich die Frau mit einer anderen. Lesen Frauen also Bücher für Frauen, im besten Fall Bücher über starke Frauen, regt das zum Nachdenken an. Und nachdenken hat bekanntlich noch niemandem geschadet!

2. Eine Quelle der Inspiration

Natürlich lesen wir Bücher, um uns inspirieren zu lassen. Wir suchen nach Handlungsweisen, versuchen Geschehnisse nachzuvollziehen und bemühen uns, Zusammenhänge zu erkennen. Von wem könnte Frau sich denn besser inspirieren lassen, als von einem starken Frauencharakter? Eine der besten Möglichkeiten dafür bieten uns Bücher, in denen die Charaktere ausgefeilt und nachvollziehbar sind und im besten Fall einige Charakterstärken haben, die uns interessieren. Ob wir uns stets genauso entscheiden würden, oder anders spielt zunächst gar keine große Rolle. Wichtig ist, dass wir uns manchmal damit beschäftigen, warum verschiedene Charaktere unterschiedlich handeln. Kann man sich von einem bestimmten Benehmen eines Charakters vielleicht inspirieren lassen und versuchen, Details in sein eigenes Leben zu übertragen? Egal, ob die Inspiration dazu dient, uns etwas Nützliches abzuschauen oder uns darüber klar zu werden, warum wir anders Handeln würden, Bücher sind immer eine Quelle der Inspiration. Wenn diese Inspiration dazu führt, dass wir uns selbst besser kennen lernen, oder beschließen, dass wir etwas ändern möchten, dann ist das eine ganz klare Win-Win Situation!

3. Charakterstärke zum Nachmachen

Es gibt bewundernswerte reale und fiktive Frauen. Hat es schon immer gegeben, zu jedem Zeitpunkt der Geschichte. Wir bewundern sie für etwas, das sie geschafft haben, weil sie aus ihren Zwängen ausgebrochen sind, oder weil sie für etwas kämpfen, egal wie stark der Gegenwind ist. Was all diese Frauen gemeinsam haben? Einen starken Charakter! Starke Frauen lassen sich nicht fremdbestimmen, sie treten für sich und ihre Interessen ein und scheuen im Notfall auch keine Konfrontation. Egal, ob wir die Biografie einer realen Person lesen, oder uns einen fiktiven Charakter aus einem Buch zum Vorbild nehmen, wir lernen dabei immer etwas über uns selbst. Wieso bewundern wir bestimmte Charaktere? Und wenn wir sie bewundern, warum sind wir dann nicht ein bisschen mehr wie sie? Es gibt wohl kaum eine Frau, die sich heutzutage gerne als abhängig, unselbstständig und hörig beschreiben würde. Aber was zeichnet eine starke Frau mit einem starken Charakter aus? Wir haben da mal ein paar Vorschläge:

  •  Unabhängigkeit
  •  Selbstbewusstsein
  •  Selbstständigkeit 
  •  Mut
  •  Meinungsstärke 
  •  Autarkie

Diese Liste könnte ewig weiter gehen. Wichtig ist, dass sich Charakterstärke nicht dadurch auszeichnet, dass man nie irrt oder sich verliert, sondern dass man immer wieder zu sich selbst zurückfindet. Genau solche Entwicklungen lassen sich in der Literatur so wunderbar nachvollziehbar darstellen. Und schon finden wir ein kleines bisschen von uns selbst in der Protagonistin.

4. Aus der Geschichte lernen

Frauen haben zu jedem Zeitpunkt der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt. Egal ob als Herrscherin im alten Ägypten, als Kämpferin im Hundertjährigen Krieg oder als Verfechterin des modernen Feminismus. Leider war den meisten Frauen ein ausbrechen aus den gesellschaftlichen Zwängen aber nicht möglich. Ihre Rolle war wichtig, weil sie die Nachfahren auf die Welt brachten und so für den Erhalt der Familie sorgten. Wegen ihnen wurden Kriege geführt, sich von der Kirche losgesagt und Königreiche gestürzt. Als Frau an der Seite von xy oder Mutter von xy hörte deren Berechtigung allerdings häufig auch schon wieder auf. Deshalb erinnern wir uns so gerne an die Frauenfiguren, die aus ihrer typischen Rolle ausgebrochen sind und so Schritt für Schritt etwas für die Gleichberechtigung der Frau getan haben. Um die Rolle der Frau zu verstehen, kann es hilfreich sein, Bücher zur Hand zu nehmen, die die Geschichte einer Frau erzählt. Ob fiktiv oder nicht, wir lernen dabei immer etwas über die Umstände der damaligen Zeit und darüber, wie Frauen dachten und was sie taten, um nicht nur das schmückende Beiwerk zu sein. Solche Bücher führen uns vor Augen, was Frauen erreicht haben, was sich aber auch noch drastisch ändern muss. Wir werden uns unserer Rolle und vorallem unserer Stärken bewusster. Bye bye Patriarchat!

Aber jetzt genug geschwärmt! Wir haben so einige Bücher für Frauen in petto, die starke Frauen mit wunderbaren Charakterstärken in den Mittelpunkt ihrer Handlung rücken und uns so ganz viel Raum für Identifikation, Inspiration und zum Lernen und Nachdenken geben:

Die Frauen vom Meer von Deniz Selek

Deniz Selek gelingt in Die Frauen vom Meer die wunderbare Zeichnung dreier Frauen, deren Geschichten auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind:

Es ist Frühling in Istanbul — Ferah begegnet auf einer Bank einem Mann, in dem sie ihren Vater Sercan wiedererkennt, der ihre Familie vor Jahrzehnten verlassen hat. Gemeinsam mit ihrem Vater begibt sich Ferah auf die Reise in die Vergangenheit und zu den Frauen ihrer Familie: zu ihrer Mutter, einer stolzen Tatarin, die ihrem Vater einst in die Türkei folgte, zu der jungen Frau Elisabeth aus Deutschland, die durch die Heirat mit Ferahs Sohn erfuhr, was das Leben in einer fremden Kultur bedeutet und schließlich zu Ferahs Enkelin, mit der sich der Kreis schließt. Alle drei Frauen haben in ihrer Kindheit drei glückliche Jahre an ihrem großen Wasser verbracht — am Schwarzen Meer, an der Ostsee und am Marmarameer — bis sie entwurzelt und versetzt wurden. In ihren neuen Leben mussten sich alle Frauen bewähren. Ferahs Schicksal soll sich an „ihrem“ großen Wasser vollenden…

Die Frauen von Savanna von Beth Hoffman

In ihrem sommerlichen Südstaatenroman Die Frauen von Savanna entwirft die Autorin Beth Hoffman eine Hyme auf die Freundschaft:

Ohio im Jahr 1967 — Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter wird die zwölfjährige CeeCee von ihrem überforderten Vater zu ihrer Großtante Tootie geschick. Tootie wohnt in einem wunderschönen Südstaatenhaus mit weitläufigem, duftendem Garten in Savanna, Georgia und nimmt die junge CeeCee mit offenen Armen auf. Von der wunderbar warmherzigen Großtante und ihrer schwarzen Köchin Oletta umsorgt, gelingt es CeeCee, ihre schwierige Kindheit langsam hinter sich zu lassen und aufzublühen. Oletta kümmert sich liebevoll um CeeCee und verwöhnt sie mit Zimtschnecken und Holundersaft. Als es eines Tages zu einem rassistischen Überfall kommt, ist CeeCees neues Glück plötzlich getrübt. Doch die Frauen halten zusammen…

Haus der Schuld von Lena Johannson

In ihrem bewegenden Roman Haus der Schuld erzählt die Autorin Lena Johannson uns die Geschichte einer jungen Frau, die für Gerechtigkeit kämpft:

Die junge Amali lebt in einem beschaulichen Örtchen an der Ostsee. Amalis Vorfahren sind vor über 100 Jahren nach Afrika ausgewandert. Der Grund für diese Emigration erschloss sich für Amali nie gänzlich, war er doch umgeben von einem Geheimnis. Als Amali nach dem Tod ihres Vaters dessen Nachlass ordnet. Stößt sie auf ein tragisches Unrecht, dass sie dem Familiengeheimnis näher bringt. Um für Gerechtigkeit für ihre Vorfahren zu kämpfen, ist es nie zu spät…

Das Paradies von Barbara Wood

Die Bestsellerautorin Barbara Wood lässt in dem Roman Das Paradies drei ägyptische Frauen von ihren verschlungenen Lebenswegen zwischen Fundamentalismus und westlicher Lebensart erzählen:

Khadija hat einen unbeugsamen und starken Willen, mit dem es ihr gelingt, bis ins hohe Alter einen Fünfzig-Personen-Haushalt zu regieren. Ihre Vergangenheit scheint tief unter dem Wüstensand begraben zu sein. Amira ist die Tochter eines ägyptischen Vaters und einer englischen Mutter. Sie studiert Medizin und wird Ärztin in Amerika, aber ihre Wurzeln lassen sie nie los. Jasmina im ganzen arabischen Raum als Bauchtänzerin berühmt. Durch ihr unkonventionelles Lebensstil bringt sie ihre Familie in Verruf. Barbara Wood zeichnet das Bild einer gespaltenen Familie, in der drei starke Frauen ihren Weg zum Glück zwischen Tradition und Moderne suchen müssen…

Pas de Deux von Maria Scherer

Maria Scherer lässt uns in Pas de Deux intensiv über die Rolle der Frau nachdenken:

Eine selbstbewusste junge Schwedin reist zu einem internationalen Frauenkongress nach Paris. Im Gepäck hat die junge Frau einen Vortrag, den sie halten will: aufrichtige feministische Ansichten und eine Menge Halbwahrheiten. Als sie auf dem Podium steht, packt sie die lähmende Angst, die ihr ganzes Leben geprägt hat — sie hat nichts zu sagen! Im Publikum sitzt aufmerksam ein älterer Mann von jener Sorte, die sie als Feministin nur als „Chauvis“ bezeichnet. Der Kampf mit längst abgestreift geglaubten Wünschen, gegen die „starke Schulter“, beginnt…

Mädelsabend von Anne Gesthuysen

Anne Gesthuysen spinnt in ihrem Generationenroman Mädelsabend Fäden zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und seltsamen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Oma und Enkelin – zwei starke Frauen und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen dort bereiten ihm Unbehagen. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft der Frauen, sie lauscht ihren Lebensgeschichten und singt endlich wieder im Chor. Ruth will nicht weg aus dem Seniorenheim. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält, wird sie von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt. Sara weiß sich nicht zu helfen und sucht Rat bei ihrer Großmutter Ruth. Anne Gesthuysen erzählt warmherzig von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Was hält zwei Menschen zusammen und wie viel Bedeutung haben Freiheit und Selbstverwirklichung für das individuelle Glück?

Die Unzertrennlichen von Stuart Nadler

In seinem brilliant komischen Roman Die Unzertrennlichen stellt Stuart Nadler die Frage, ob man sein Leben wirklich planen kann und welche Rolle die Familie spielt, wenn es hart auf hart kommt:

Drei Frauen, Tochter, Mutter und Großmutter,versinken immer weiter im Chaos ihres Lebens.
Henrietta Olyphant hat gerade ihren Mann und fast all ihr Geld verloren, als eine weitere Katastrophe droht: Ihr Buch, das vor einigen Jahrzehnten zum Bestseller wider Willen wurde, soll neu aufgelegt werden. Ursprünglich als feministischer Beitrag zum prüden Leben im Amerika der Sechzigerjahre gedacht, entwickelte sich ihr Buch zum Verkaufsschlager von verklemmten Hausfrauen und lüsternen Männern. Henriettas Tochter Oona ist gerade wieder nach Hause gezogen, nachdem sie sich von ihrem dauerbekifften Mann getrennt und jetzt eine Affäre mit dem Paartherapeuten angefangen hat. Ihre Tochter Lydia wiederum wird von der Schule suspendiert, weil ein Nacktfoto von ihr unfreiwillig in der Schule kursiert. Gemeinsam müssen sich die drei Frauen ihren Dämonen stellen und schaffen es dabei, das Chaos immer größer zu machen…

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