Direkt zum Inhalt
Interview

Ein exklusives Interview mit Lisa Keil

Ursprünglich hat Lisa Keil "Bleib doch, wo ich bin" nur als Geschenk für ihre Freundinnen geschrieben. Denn sie hat schon ihren Traumberuf: Sie arbeitet als Tierärztin in einer ländlichen Praxis für Groß- und Kleintiere. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Pferden in einem Ort zwischen Sauerland und Soester Börde in NRW. In ihren ersten Roman fließen ihre Erfahrungen als Tierärztin und als Stadtkind auf dem Land mit ein.

© Copyright: Stefanie Lategahn

Erzähl uns etwas über deinen Roman.

Ich habe eine Liebesgeschichte geschrieben, wie ich sie selbst gern lesen würde. Viele Liebesromane bedienen doch ein sehr klischeehaftes Frauen- und Männerbild und tun außerdem so, als könnte Liebe nur in schicken Metropolen oder an romantischen Stränden stattfinden. Mit „Bleib doch, wo ich bin“ will ich zeigen, dass es auch anders geht.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ziemlich plötzlich und ungeplant. Ich wollte für mich etwas Kreatives machen, da war Schreiben bei mir einfach das Naheliegendste. Als ich angefangen habe, hat sich auf einmal alles so passend angefühlt, als wäre ich irgendwo angekommen. Der Roman sollte ursprünglich ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk für meine Freundinnen werden. Ich hatte gar nicht vor zu veröffentlichen, aber bei einem Schreibseminar wurde mir nahegelegt, das Manuskript bei einer Literaturagentur einzureichen. So hat es angefangen.

Stimmt es, dass du deine Romane nicht am Bildschirm schreibst?

Ja, mir war lange nicht klar, wie ungewöhnlich das ist. Ich schreibe mit der Hand, mit einem Kugelschreiber in eine Kladde, Seite für Seite. Die Schrift lässt zu wünschen übrig und je schneller ich schreibe, desto schlimmer wird es. Fast unleserlich. Wenn mir ein Wort noch nicht ganz einfällt, dann mache ich Wellenlinien darunter. Manchmal fehlt eins ganz, dann halten die Wellen den Platz. Nur wenn ich mit der Hand schreibe, kann die Geschichte fließen. Und reißt mich mit. Jemand hat zu mir gesagt: "Du musst tippen lernen, damit es effektiv wird.“ Aber ich steige doch auch nicht auf mein Pferd und nehme dann den kürzesten Weg zurück zum Stall. Ich will das Schreiben genießen und das kann ich am besten so. Stift, Papier und ich.

Welchen Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?

Es nicht tun. Wenn eine Geschichte in Kopf, Bauch oder Fingern wohnt, sollte man sie rauslassen. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich nur Schrott aufs Papier bringe, aber ich tue es trotzdem. Denn die Erfahrung zeigt: Mit Abstand betrachtet ist Manches besser als gedacht. Und wenn nicht, dann kommen auch wieder bessere Tage. Im Zweifelsfall ist Schreiben immer Üben fürs nächste Buch.

Wie viel Lisa Keil steckt denn in der Hauptfigur Kaya?

Kaya hat schon viele Eigenschaften, die ich bei mir selbst sehe und wir haben einen gemeinsamen Blick auf die Welt, lieben dieselben Sachen. Aber Kaya ist auch ein wenig meine Wunscherfüllerin, sie hat Eigenschaften und Dinge, die ich in einem Paralleluniversum selbst gern hätte. Zum Glück hat Kaya sich während des Schreibens aber von mir entfernt und mit einer gewissen Sturheit Vieles anders gesehen und anders gemacht. Deshalb ist ein bisschen Kaya in mir selbst und ich bin ein bisschen in Kaya, aber wir sind doch auch ganz verschieden.

Du hast ja deinen Traumberuf schon, oder?

Das stimmt. Tierärztin ist tatsächlich mein Traumberuf. Ich wollte das schon als Teenager werden, das war damals noch ein ziemlich ungewöhnlicher Berufswunsch, vor allem mitten in der Großstadt, wo ich herkomme. Aber ich bin dabeigeblieben und bin sehr froh darüber. Ich kann mir keinen anderen Beruf für mich vorstellen.

Was macht dir an deinem Job und am Schreiben Spaß?

Als Tierärztin mag ich natürlich den Umgang mit den Vierbeinern, aber auch den Kontakt mit den unterschiedlichen Tierbesitzern. Mir gefällt die Mischung aus Routine und Herausforderungen und dass kein Tag wie der andere ist. Besonders Spaß macht mir die Arbeit im Team.
Beim Schreiben bin ich auf mich allein gestellt, es ist alles ruhiger und strukturierter. Ich finde es aufregend, wie auf dem Papier aus einer Idee eine lebendige Welt entsteht und eine Geschichte langsam Formen annimmt. Auch als Autorin gefällt mir die Zusammenarbeit mit anderen, zum Beispiel mit meiner Lektorin oder mit dem Verlag.

Bleib doch, wo ich bin

9.99 €
Kaya hat alles, was sie zu ihrem Glück braucht: eine kleine Buchhandlung in ihrem Heimatort, beste Freunde und ihr heiß geliebtes Shetlandpony. Für einen Mann, der länger bleibt als eine Nacht, ist eigentlich kein Platz in ihrem Leben. Lasse ist überzeugter Großstädter und nur aufs Land gezogen, weil er als Lehrer die erstbeste Vertretungsstelle annehmen musste. Als Kaya ihn auf einer Scheunenparty trifft, ahnt sie nicht, dass der gutaussehende Typ der Klassenlehrer ihrer Nichte ist. Eine Begegnung mit aufregenden Folgen …

Beiträge der gleichen Kategorie

Interview
Interview mit Katja von Eysmondt
Erfahre hier mehr über den Roman "Wenn du mich verlässt, darf ich dann mitkommen?" und die Autorin!
14. Juni 2019
Interview
Ein Interview mit Jennifer Lillian
Erfahre mehr über unsere Neuentdeckung Jennifer Lillian!
07. Juni 2019
Interview
Ein exklusives Interview mit feelings-Autorin Mary Kuniz
Ein exklusives Interview für euch feelings-Leserinnen. Klickt hier!
01. März 2019
Interview
Ein Interview mit Alexandra Holenstein über Betrug und Rache in ihrem Roman
Ein exklusives Interview mit der Autorin. Klickt hier!
11. Februar 2019
Interview
Ein Autoreninterview mit Sarina Grace Scott
Eine exklusives Interview mit der Autorin!
01. Februar 2019
Interview
Autorin Madlen Schaffhauser im feelings-Interview
Was die Autorin inspiriert und wo sie die besten Ideen bekommt – das und vieles mehr könnt Ihr hier nachlesen.
23. Januar 2019
Interview
Interview mit Agnes M. Holdborg
Wir haben feelings-Autoren Agnes M. Holdborg zum Interview gebeten und ihr ein paar Fragen zum Autorenleben und ihrem Roman "Der Horizont ist nah" gestellt.
07. Januar 2019
Interview
Exklusiv: Christel Siemen über "KIA ORA Secret of Love"
Der dritte Teil der dramatischen Neuseeland-Familiensaga wartet auf Euch. Hier erzählt Euch Christel Siemen aus erster Hand, worum es geht.
25. September 2018
Interview
Exklusiv: Jules Saint-Cruz über ihren neuen Roman "Solo: Tunes of Passion"
Unsere feelings-Autorin Jules Saint-Cruz erzählt exklusiv, warum sie "Solo: Tunes of Passion" geschrieben hat.
07. Dezember 2017
Interview
6 Fragen an Jill Mansell
Ist eine Autorin so erfolgreich wie Jill Mansell, möchte man natürlich mehr über sie erfahren. Wie sie zu den Ideen für ihre herzergreifenden Liebesromanen kommt oder wie man sich ein Leben als Schrif...
09. September 2017
Interview
3 Hintergründe zu »Der Fluch der Sirene«
Autorin Bettina Münster stellt sich den wahrlich großen Fragen im Leben: Hat die Seele ein eigenes Bewusstsein, über den Tod hinaus? Und sind wir bereit, an Dinge zu glauben, die wir mit dem Verstand ...
14. Oktober 2016