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Die große Liebe: Was macht sie aus? Kann sie als Fernbeziehung funktionieren?

Die große Liebe — für die einen ist es ein Mythos, der von den Medien erschaffen wurde, für die anderen ist es diese eine reale Person, die einem plötzlich eine ganz neue Welt eröffnet. Ob wir wirklich von ganzem Herzen daran glauben oder nicht, die Hoffnung, dass wir eines Tages einem Menschen begegnen, der uns das Gefühl gibt, angekommen zu sein, schlummert wohl insgeheim in fast jedem von uns. Vielleicht gibt es nicht nur die eine große Liebe im Leben und auch nicht mit jeder Liebe ein Happy End, aber dieses Gefühl, dass wir haben, wenn wir glauben, diese eine Person gefunden zu haben, ist unverwechselbar. Aber woran erkennt man denn jetzt diese eine Liebe?

Lest hier, woran ihr die große Liebe erkennt: 

1. Du musst Dich nicht verstellen

Zu Beginn einer Partnerschaft wollen wir uns von unserer besten Seite zeigen und versuchen, unsere Macken und Eigenheiten so gut wie möglich für uns zu behalten. Das ist verständlich, wir wollen gefallen. Irgendwann, wenn die rosarote Brille langsam nachlässt und wir erkennen, dass auch die beste Partnerin oder der beste Partner nicht perfekt ist, kommt der Punkt, an dem wir bereit sind, unsere Maske fallen zu lassen. Wir trauen uns, so zu sein, wie wir sind. Mit all den Macken und Eigenheiten und den Eigenschaften, die wir für nicht unbedingt vorzeigbar halten. Schaffen wir es, unsere Partnerin oder unseren Partner so zu akzeptieren, wie er oder sie ist und werden wir ebenso akzeptiert, ist das wohl der Moment, in dem aus Verliebtheit Liebe wird. Diese Akzeptanz, die nicht mit dem Bedürfnis einhergeht, die Partnerin oder den Partner ändern zu wollen, unterscheidet eine Liebelei von der großen Liebe.

2. Ihr könnt euch vertrauen

Wir alle haben kleine und große Geheimnisse – und somit auch Geheimnisse in der Beziehung. Manche Geheimnisse teilen wir mit bestimmten Personen, andere behalten wir gleich ganz für uns. Jeder Mensch hat Geheimnisse, das ist völlig normal. Man kann eben nicht alles von jemand anderem wissen, das macht die andere Person interessanter und reizvoller. So weit, so gut. Problematisch wird die Sache mit den Geheimnissen erst, wenn sie mit Verrat, Betrug oder Verheimlichung von Tatsachen zu tun haben, von denen die Partnerin oder der Partner eigentlich das Recht hätten, sie zu erfahren. Genau hier kommt die Sache mit dem Vertrauen ins Spiel. Bei unserer großen Liebe haben wir nicht das Gefühl, alles hinterfragen zu müssen, wir vertrauen darauf, dass sie uns nichts Wesentliches verheimlicht. In dieser besonderen Beziehung herrscht ein Grundvertrauen, das nicht so leicht zu erschüttern ist.

3. Ihr könnt streiten

Streiten und die große Liebe? Passt das überhaupt zusammen? Ja! Streit gehört zu einer guten Kommunikation einfach dazu. Menschen haben eben unterschiedliche Meinungen, auch in der besten Partnerschaft kann man da mal aneinander rasseln. Allerdings findet ein Streit mit der großen Liebe ein bisschen auf einer anderen Ebene statt: unterschiedliche Meinungen und Konflikte werden eher in einer sachlichen Diskussion geklärt, als in einem aufbrausenden Wortgefecht, Beleidigungen fallen hier keine. Ganz entscheidend ist, dass trotz Meinungsverschiedenheiten nicht gleich das große Ganze in Frage gestellt wird. Vielleicht kommt man nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner, allerdings geht es bei den Streits auch eher um Kleinigkeiten als um Grundsätzliches. Sollte man sich nicht einigen, dann einigt man sich eben darauf und akzeptiert das. Wem das mit einer anderen Person in einer Partnerschaft gelingt, der kann sich glücklich schätzen.

Vielleicht hast Du gerade mit Deiner großen Liebe gestritten?

4. Jeder hat sein eigenes Leben

Es gibt diese Paare, da wird aus einem Ich ganz schnell ein Wir. Irgendwann kann man die eigenständigen Persönlichkeiten bei solchen Paaren nicht mehr wirklich erkennen. Dieselben Hobbies, Lieblingsfarben, Freunde. Natürlich muss in jeder Partnerschaft ein bisschen Ich dem Wir weichen, aber eben nicht gänzlich. Bei der großen Liebe müssen wir unsere Eigenständigkeit nicht opfern, wir dürfen unsere eigenen Ziele, Freunde, Bedürfnisse und unsere Unabhängigkeit haben, ohne dass wir dafür kritisiert werden. Klar gibt es Dinge, die wir am allerliebsten zu zweit machen, aber eben nicht ausschließlich. Dass sich jeder im Rahmen der Beziehung selbst verwirklichen kann sorgt einerseits dafür, dass wir uns in einer Partnerschaft nicht selbst verlieren, andererseits beugt es langfristig Frustration vor, die früher oder später einsetzt, wenn man zu viel von sich selbst einer Beziehung opfert. Und mal ehrlich: wenn man nicht immer alles zusammen macht, hat man sich auch viel mehr zu erzählen!

5. Du wächst über Dich hinaus

Wir alle haben unsere Grenzen: Höhenangst, Horrorfilme, tiefes Wasser. Manchmal sind wir in unseren Meinungen aber auch einfach festgefahren und probieren deshalb bestimmte Dinge aus oder eben auch nicht. Tatsache ist: für unsere große Liebe sind wir bereit, über uns hinaus zu wachsen. Raus aus der Komfortzone! Vielleicht sind wir bereit, trotz Höhenangst einen hohen Berg zu erklimmen oder schauen gemeinsam einen Horrorfilm, wenn wir in spannenden Momenten die Hand unserer Liebsten drücken dürfen. Vielleicht öffnen wir uns aber auch nur einem neuen Musikgenre oder einem Hobby, für das wir bis dahin kein Verständnis hatten. Das bedeutet nicht, dass wir ausnahmslos alles mitmachen und unsere Meinung sofort immer radikal ändern. Aber wir sind bereit, uns der Welt unseres Gegenübers in einer Partnerschaft zu öffnen. Wenn das dazu führt, dass wir über unsere Grenzen hinauswachsen und unseren Horizont erweitern, dann kann eine Beziehung davon nur profitieren!

Die große Liebe zu finden klingt wirklich toll. Man kann sein Leben mit einer anderen Person teilen und verbringt so viel Zeit wie möglich miteinander. Aber was, wenn zwischen Dir und Deiner großen Liebe eine kilometerweite Distanz liegt und das mit dem Leben teilen und der Zeit alles plötzlich viel komplizierter ist?

Kann die große Liebe auch als Fernbeziehung funktionieren?

Ja, kann sie! Wenn Du die große Liebe gefunden hast, wird euch Distanz nicht aufhalten. Hier sind zunächst erstmal dieselben Eigenschaften wie in jeder anderen Beziehung wichtig:

  • Verliebtheit
  • Vertrauen
  • Offenheit
  • Kritikfähigkeit
  • Eigenständigkeit
  • Gemeinsamkeiten
  • Freundschaft
  • ähnliche Wertevorstellungen
  • Humor
  • Sicherheit

Trotzdem stellt eine Fernbeziehung eine Partnerschaft auch immer ein bisschen auf die Probe. Denn diese Eigenschaften auch gemeinsam zu leben ist natürlich nicht so einfach. Die gemeinsame Zeit ist noch kostbarer, weil begrenzter und gemeinsame Erlebnisse, die zusammenschweißen seltener. Deshalb gibt es ein paar Punkte, auf die man in einer Fernbeziehung zusätzlich besonderen Wert legen sollte:

1. Nähe und Kontakt

So selbstverständlich es klingt: Nähe ist für eine funktionierende Beziehung existenziell. Nähe in einer Fernbeziehung aufzubauen und zu erhalten, ist oftmals nicht ganz so einfach. Deshalb müssen wir uns in einer Fernbeziehung ein kleines bisschen mehr anstrengen, um unserer großen Liebe zu zeigen, dass wir ihr auch nah sein wollen, wenn wir gerade nicht körperlich anwesend sein können. Kleine Liebesbeweise wie Briefe oder kurze Nachrichten, aber auch lange Telefongespräche oder Videochats können Nähe herstellen und unseren Liebsten zeigen, dass sie uns wichtig sind. Den Kontakt zu halten und den Austausch nicht abflachen zu lassen, spielt besonders in einer Fernbeziehung eine wichtige Rolle.

2. Kleine Rituale

Gerade wenn man sich nicht ständig sehen kann, können kleine Rituale helfen, Vertrautheit herzustellen. Ob das eine kurze Guten-Morgen-Nachricht ist, die man immer auf dem Weg in die Arbeit an die Partnerin oder den Partner schickt, ob es gemeinsame Serienabende sind, bei denen jeder bei sich zuhause schaut und über die man dann gemeinsam sprechen kann oder ob man sich mehrmals die Woche um eine bestimmte Uhrzeit zum Telefonieren verabredet — kleine Rituale stärken die Beziehung und helfen, die getrennte Zeit zu überbrücken.

3. Alleinsein genießen

Fernbeziehungen haben nicht nur Nachteile. Sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken und seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit zu behalten, ist so viel einfacher. In Fernbeziehungen gilt es deshalb eher, die richtige Balance von allem zu finden. Wichtig ist, dass man es schafft, das Alleinsein auch zu genießen und die Zeit alleine nicht als Strafe wahrzunehmen. In dieser freien Zeit kann man schöne Dinge mit Freunden erleben und andere Beziehungen pflegen, ohne den Partner zu vernachlässigen. Außerdem kann man in dieser Zeit Verpflichtungen erledigen. Dafür hat man dann in der Zeit, die man mit der großen Liebe gemeinsam hat, den Kopf frei und kann diese Zeit intensiv zu zweit genießen.

4. Zeit für Erholung

Natürlich neigt man gerade in einer Fernbeziehung dazu, die kostbare Zeit, die man gemeinsam hat, möglichst gut zu nutzen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: das Gefühl, die Zeit nachholen zu müssen, kann dazu führen, dass die Zeit zu zweit in Stress ausartet und mit viel zu hohen Erwartungen einhergeht. Enttäuschung vorprogrammiert! Also lieber einen Gang runter schalten und alles ganz entspannt angehen. So bleibt Zeit für Spontanität und Erholung. Ein gemeinsamer Tag auf der Couch oder ein gemütlicher Spaziergang können auch wunderbare Erinnerungen sein!

5. Gemeinsame Pläne und die Zukunft

Gerade in einer Fernbeziehung braucht man gemeinsame Ziele und Zukunftsvorstellungen. Diese stärken zum einen das Vertrauen und die Verbundenheit, zum anderen geben sie aber auch eine Richtung für die Beziehung vor. Wie soll es mit der Beziehung auf Distanz weitergehen? Ist auf lange Sicht der Plan, zusammen zu ziehen? Wer möchte wohin ziehen? Welche Ängste löst die Distanz aus? Wie stellt man sich die Zukunft vor? Viele dieser Fragen stellen sich natürlich auch in Beziehungen, bei denen keine Distanz herrscht. Allerdings spielen diese Fragen hier nicht gleich zu Beginn eine wichtige Rolle, da sie sich häufig einfach ergeben. Aber gerade Fragen nach dem Wohnort und ob die Beziehung auf Distanz als Belastung wahrgenommen wird, sollten angesprochen werden. Sind diese Fragen geklärt und ist man sich einig, steht dem gemeinsamen Glück mit der großen Liebe auch in einer Fernbeziehung nichts im Wege.

Wer gerade in einer Fernbeziehung lebt oder einfach eine zauberhafte Geschichte über die große Liebe lesen möchte, dem können wir Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden von Per Andersson wärmstens ans Herz legen:

Alles, was man zum Glück braucht, ist Vertrauen und ein Fahrrad! Der junge, kastenlose Inder Pradyumma Kumar, genannt Pikay, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und kennt nur Extreme: mal wird er als talentierter Portätzeichner von Indira Ghandi eingeladen, um sie zu malen, mal muss er hungern und auf der Straße schlafen. Eines Abends im Jahr 1975 in Neu-Dehli taucht die junge Schwedin Lotta neben seiner Staffelei auf — eine unglaubliche Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Als Lotta zurück nach Schweden muss, stehen die Sterne für die Liebe der beiden schlecht: 7000 km trennen das junge Glück. Kurz entschlossen macht sich Pikay auf seinem alten Fahrrad auf den Weg von Asien nach Europa, um seine Lotta in Schweden zu suchen …

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