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Loslassen lernen – wie Du die Vergangenheit hinter Dir lassen kannst

Loslassen lernen, die Vergangenheit hinter sich lassen und manchmal auch verzeihen, sind nicht einfach. Positive aber auch negative Erlebnisse aus der Vergangenheit prägen unsere Gegenwart. Anstatt unbeschwert unserer Zukunft entgegen zu blicken, sind wir in Gedanken oft noch bei den Enttäuschungen und negativen Erfahrungen, die uns einfach nicht loslassen wollen. Egal ob Expartner oder Expartnerinnen oder geliebte Menschen aus dem Familien- und Freundeskreis ¬ wurden wir einmal enttäuscht, ist es meist sehr schwer, mit dem Geschehenen abzuschließen und zu verzeihen. Oft halten wir an all den negativen Dingen fest und schaffen es so nicht loszulassen und neu anzufangen. Die gute Nachricht: Wir können Loslassen lernen! Hier haben wir ein paar Tipps, damit das mit dem Loslassen und verzeihen auch klappt und Du wieder unbeschwert in die Zukunft blicken kannst:

1. Festhalten ist keine Lösung

So simpel dieser erste Schritt auch klingen mag, meist scheitern wir genau hier. Oft machen wir uns unsere negativen Gedanken, die immer wieder um das gleiche Thema kreisen, absichtlich nicht bewusst. Häufig kreisen diese Gedanken um negative Erlebnisse in der Vergangenheit, die wir nicht mehr ändern können. Machen wir uns bewusst, dass wir aufhören müssen, an diesen Gedanken festzuhalten, ist ein wichtiger Schritt getan. Manchmal muss eine Tür zugehen, damit sich eine andere öffnen kann. So abgedroschen dieser Spruch auch klingt, so wahr ist er. Festhalten ist keine Lösung. Aber oft halten wir einfach an Sachen fest, weil wir sonst etwas verändern müssten und Veränderung macht uns oft Angst. Versuche also ganz bewusst die Augen zu öffnen und ganz genau zu beobachten, welche Auswirkungen das Festhalten an der Vergangenheit für Dich hat. Wenn Du beschließt, dass das Festhalten Dich nicht weiter bringt, kannst du mit dem Loslassen lernen beginnen! Es ist Zeit für einen Neuanfang!

Auch wenn man denkt, die Vergangenheit abgeschlossen zu haben, holt sie einen manchmal wieder ein. Genau das erfahren Ally und Charlotte in Dani Atkins emotionalem Roman "Der Klang deines Lächelns". Die beiden Frauen haben ihre Studienzeit gemeinsam verbracht und dadurch zahlreiche gemeinsame Erinnerungen an eine prägende Zeit. Sieben Jahre haben sie sich nicht gesehen, als ein unglücklicher Zufall die beiden im Krankenhaus aufeinandertreffen lässt. Ally muss um das Leben ihres Mannes bangen und auch das Leben von Charlottes Verlobtem hängt am seidenen Faden. In den schweren Stunden erinnern sich die beiden Frauen an schöne und auch böse Zeiten, an Liebe und Freundschaft und auch an Verrat und Untreue. Die Vergangenheit holt Ally und Charlotte ein und hat schließlich auch Einfluss auf eine schwerwiegende Entscheidung. Dani Atkins herzzerreißender Roman ist ein echtes Highlight im Bücherregal!

2. Die Vergangenheit akzeptieren

Das allergrößte Problem an der Vergangenheit ist, dass wir sie nicht ändern können. Sie ist vorbei und fertig. Das zu akzeptieren fällt uns schwer. Denn ob wir wollen oder nicht, wir müssen diesen Fakt akzeptieren. Wir können nicht durch die Zeit reisen und die Vergangenheit ändern. Leider ändert diese Tatsache aber rein gar nichts daran, dass Erlebnisse aus der Vergangenheit unsere Gegenwart beeinträchtigen. Vielleicht hat eine enge Freundschaft seit dieser großen Enttäuschung irgendwie einen Knick, vielleicht lässt der Streit mit unserer Familie uns immer noch nicht los, vielleicht sind wir nach der unschönen Trennung von unserer Expartnerin oder von unserem Expartner immer noch sauer. Vielleicht haben wir aber auch das Gefühl, vielversprechende Chancen verpasst zu haben und ärgern uns über uns selbst. Egal welches Ereignis wir nicht loslassen können, es beeinflusst uns und unsere Gedanken in der Gegenwart und Zukunft auf negative Weise. Letztlich müssen wir uns bewusst machen, dass wir keine andere Wahl haben, als die Vergangenheit zu akzeptieren und uns selbst oder anderen Personen zu verzeihen, um uns selbst wieder frei zu machen.

3. Uns selbst und anderen verzeihen

Unser Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, aus denen wir lernen. Loslassen lernen und verzeihen ist wohl eine der größten Lebensaufgaben. Oft sind wir nicht nur von anderen Menschen enttäuscht, sondern machen uns selbst Vorwürfe. Manchmal wünschten wir uns, wir hätten in einer bestimmten Situation anders reagiert oder andere Konsequenzen gezogen. Aber auch hier gilt: Wir können die Vergangenheit nicht ändern, wir können sie nur akzeptieren. Egal wie enttäuscht wir von anderen Personen oder uns selbst sind, wir müssen ihnen und uns um unseretwillen verzeihen. Zum Loslassen lernen kann es helfen, wenn wir uns folgende Fragen stellen, die sich mit Vergangenem beschäftigen:

  • Welche negativen Auswirkungen hat es, wenn Du nicht loslässt und verzeihst?
  • Warum beschäftigt Dich dieses negative Ereignis so sehr? Welches Verhalten stört Dich? Deins oder das von anderen?


Wenn wir uns klar machen, wo genau eigentlich das Problem in der Vergangenheit liegt, fällt es uns viel leichter uns und anderen zu verzeihen. Doch hier kommt etwas Entscheidendes:
Verzeihen bedeutet nicht, dass wir alles hinnehmen müssen. Die Vergangenheit gibt uns die Chance, aus ihr zu lernen und unsere Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Folgende Fragen können uns helfen, aus einer negativen Erfahrung Konsequenzen zu ziehen und uns so in der Zukunft anders zu verhalten:

  • Wie wünscht Du Dir, dass man mit Dir umgeht?
  • Wie würdest Du heute in der negativen Situation reagieren?
  • Welche Konsequenz ziehst Du für die Zukunft aus einer Enttäuschung?

4. Loslassen lernen ist ein Prozess – lass Dir Zeit dafür

Niemand erwartet, dass man nach einer Trennung, einem schweren Verlust oder einer Kündigung direkt ins kalte Wasser springt, die Vergangenheit hinter sich lässt und sofort wieder bereit für die Zukunft ist. Loslassen lernen bedeutet häufig, dass wir uns von Menschen, Momenten oder Verhaltensweisen verabschieden, die uns sehr wichtig waren und unser Leben und unsere Identität geprägt haben. Deshalb erfordert Loslassen lernen vor allem Zeit. Menschen und Erfahrungen lassen sich nicht einfach wegdenken. Wir müssen uns selbst diese Zeit zugestehen. Eine Bilanz zu ziehen, was an dem Vergangenen gut und schlecht war, zählt dabei genauso zum Prozess des Loslassen lernens wie das Verzeihen — uns selbst und auch anderen. Egal was passiert ist, meist sind wir Menschen oder Geschehnissen im Nachhinein dankbar, auch wenn wir sie im Hier und Jetzt verfluchen. Diese Dankbarkeit ist ein wichtiger Schritt im Prozess, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

5. Lerne, Veränderungen zu akzeptieren

Auch wenn wir es uns manchmal wünschen, einen Moment in ein Marmeladenglas zu stecken und diesen sicher zu verstauen, ist dies in der Realität leider nicht möglich. Wir selbst, unser Umfeld und das Leben ändern sich Tag für Tag – im positiven wie auch im negativen Sinne. Diese Tatsache zu akzeptieren, macht es auch in jedem Fall leichter, wenn es darum geht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Selbstverständlich ist die Vergangenheit immer ein Teil von uns, doch ebenso die Gegenwart und auch die Zukunft. Ewiges Grübeln darüber, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist, hat jedoch eindeutig negative Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft. Deshalb gilt: Lebe im Hier und Jetzt, versuche, Veränderungen anzunehmen, hör auf Dein Herz und werde Dir in jeder Situation bewusst, was gut für Dich ist. Denn wie sagte der griechische Philosoph Heraklit schon in der Antike?

„Das einzig Konstante im Leben ins die Veränderung.“

In dem wir uns ganz bewusst Zeit nehmen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und gleichzeitig unsere Gedanken in die Zukunft lenken, gehen wir einen wichtigen Schritt im Prozess Loslassen lernen. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können für die Zukunft Konsequenzen daraus ziehen. Und wir können lernen, uns selbst und anderen zu verzeihen!

6. Mach Pläne – und setze sie auch um

Loslassen lernen fällt uns vor allem so schwer, weil wir nicht wissen, was kommt. Obwohl wir die Vergangenheit dringend abschließen möchten, klammern wir uns daran, weil wir denken, dass das immer noch besser ist, als ein großes Fragezeichen vor Augen zu haben. Doch der Schein trügt — dieses Fragezeichen wird sich auch nicht durch ein Klammern an die guten, alten Zeiten in Luft auflösen. Deshalb gilt es, gezielt ein Ausrufezeichen daraus zu machen. Überlege Dir, was Du Dir für Deine Zukunft wünscht und mache daraus ganz konkrete Pläne. Je nach dem wie weit Du von diesen Wünschen entfernt bist, kannst Du Dir Zwischenziele überlegen, die dich Deinem Ziel Stück für Stück näher bringen. Ganz wichtig: Konzentriere Dich darauf, Deine Pläne auch in die Tat umzusetzen. Nicht grübeln sondern machen ist die Devise!

Na schön. Fassen wir mal zusammen:

  • Du hast Dir klar gemacht, dass es nichts bringt, an der Vergangenheit festzuhalten
  • Du bist Dir bewusst, dass Du die Vergangenheit akzeptieren musst, weil Du sie nicht ändern kannst
  • Du hast Dir sämtliche Fragen gestellt, um Dir selbst und andern zu verzeihen
  • Du bist selbst geduldig mit Dir, weil Du weißt, dass Loslassen lernen und verzeihen ein Prozess sind
  • Du weißt, dass Veränderung zum Leben dazu gehört

Und jetzt? Tja, jetzt wird es Zeit, dass wir unseren Blick entgültig von der Vergangenheit abwenden und unser Näschen Richtung Zukunft in den Wind strecken. Willkommen in der Gegenwart und Zukunft!

7. Optimismus ist angebracht

Zum Loslassen lernen und Verzeihen gehört eine gehörige Portion Optimismus. Wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen und unsere Schlüsse daraus ziehen, wird die negative Erfahrung so nicht mehr stattfinden. Ganz einfach. Entweder, weil wir bei einer ähnlichen Situation jetzt wissen, wie wir anders reagieren oder weil wir anderen so deutlich die Grenzen aufzeigen können, dass wir uns nicht ewig über uns selbst ärgern müssen. Wir können also ganz optimistisch in die Zukunft blicken! Wir sind unserer Umwelt und unserem Leben nicht schutzlos ausgeliefert, viel haben wir selbst in der Hand. Das bedeutet nicht, dass wir zukünftig mit einer rosaroten Brille durch die Gegend laufen, weil wir vor allem Negativen, das uns Sorgen machen könnte, befreit sind, aber wir können vielleicht besser damit umgehen. Schlüssel zu diesem Optimismus ist natürlich, dass wir auch etwas dafür tun: Unsere Pläne in die Tat umsetzen. Wenn wir uns darüber ärgern, dass uns im Streit immer die guten Argumente fehlen und wir das ändern möchten, könnten wir zum Beispiel einen Rhetorikkurs besuchen. Wenn wir es alleine nicht schaffen loszulassen und zu verzeihen, können wir uns Hilfe bei anderen suchen. Manchmal hilft eine neutrale Perspektive, zum Beispiel von einem Therapeuten oder von Menschen, die ähnliches erlebt haben, um Geschehnisse besser verarbeiten zu können. Wichtig ist, dass wir unsere Gedanken auf uns selbst konzentrieren und darauf, was wir in Zukunft anders machen möchten. Wir können andere Menschen nicht ändern, aber wir können uns und den Umgang mit bestimmten Situationen und Menschen ändern. Wenn das keine gute Nachricht ist, die uns optimistisch in die Zukunft blicken lässt, wissen wir auch nicht!

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