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6 unvergleichbare Frauenschicksale der Geschichte

Das Leben schreibt oft die besten Geschichten! Daher haben es sich viele Autorinnen und Autoren zur Aufgabe gemacht, jene Momente in Schicksalsromanen niederzuschreiben. Die bewegenden Schicksale reichen dabei oft von außergewöhnlichen Ereignissen über mutige Entscheidungen bis hin zu erschütternden Tatsachen.

Während ein millionenfaches Publikum gebannt den Worten dieser authentischen Berichte folgt, verhilft es den Protagonistinnen, das Geschehene zu verarbeiten.

Wir stellen Euch hier nun sechs unvergleichbare Frauenschicksale der Geschichte vor:

1. Anne Frank

Kein anderes Buch als das Tagebuch der Anne Frank, hätte uns einen derart detaillierten Einblick in die Holcaust-Vergangenheit geboten.

Nach der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 zog der Vater Otto Frank mit seiner Familie nach Amsterdam ins Exil. Als die Niederlande allerdings 1940 von der deutschen Wehrmacht angegriffen und besetzt wurden, drohte den dortigen Juden das gleiche Schicksal wie in Deutschland. Die Lage der Familie spitzte sich zwei Jahre später massiv zu, als Annes drei Jahre ältere Schwester Margot einen Aufruf von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam erhielt, der ihre Deportation ins Arbeitslager beinhaltete. Um den Rest ihrer Familie zu schützen kam Margot dem Schreiben nach und meldete sich bei der Zentralstelle.

Aufgrund des Aufrufes beschloss der Vater mit dem Rest seiner Familie unterzutauchen und bezog mit ihnen sein vorbereitetes Versteck, in dem Hinterhaus einer Firma. Für die Familie begann nun ein Leben im Untergrund.

Anne Frank, die zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekam, begann darin die Geschehnisse der Zeit und das Leben ihrer Familie bis zur ihrer Deportation im August 1944 zu dokumentieren.

Otto Frank, der als Einziger überlebte, veröffentlichte ihre Tagebücher. Neben zahlreichen Buchauflagen über Anne Franks Memoiren, folgten auch Verfilmungen und Theateraufführungen.

2. Sophie Scholl

Auch Sophie Scholl lebte zur Zeit des Nationalsozialismus und wurde als Widerstandskämpferin gegen die NS-Diktatur und als Mitglied der Gruppe „Weiße Rose“ bekannt. Die „Weiße Rose“ rief mit Flugblättern zum Sturz der Nationalsozialisten auf. Nachdem man Sophie Scholl und die weiteren Gruppenmitglieder enttarnte, wurden sie verhaftet und mit der Guillotine enthauptet.

Da Sophie Scholl zu den Ikonen der deutschen Geschichte zählt, machte es sich unter anderem Barbara Beuys zur Aufgabe hunderte bisher unbekannte Dokumente zu sichten, die die Basis der ersten umfassenden Biographie über Sophie Scholl bilden. Eingebettet in die präzise Schilderung der Nazi-Herrschaft beschreibt sie Scholls gesamte Lebensspanne und liefert somit nicht nur eine spannende Biographie, die Einblicke in Sophie Scholls Leben und die Zeit des Nationalsozialismus erlaubt, sondern auch einen Roman über Frauenschicksale.

3. Waris Dirie

Zu tiefst erschütternd und bewegend ist auch Waries Diries Lebensgeschichte, die sie in ihrem Roman „Wüstenblume“ schildert.

Dieser Roman über Frauenschicksale spiegelt zum einen den Mut einer jungen Frau, ein ganz neues Leben zu beginnen wider, zum anderen führt er einem aber auch die Tragik eines grausamen Rituals vor Augen.

Denn Waris Dirie wuchs als Nomadin in der somalischen Wüste auf und musste das Ritual der Beschneidung über sich ergehen lassen. Als junge Frau erfüllt sich dann aber Ihr größter Traum und sie läuft als Model auf den teuersten Designer-Laufstegen der Welt. Dennoch schafft sie es erst in ihrem Buch „Wüstenblume“, der zur Kategorie der Schicksalsromane zählt, ihr Schweigen zu brechen und über ihre Lebensgeschichte inklusive des Traumas der Genitalverstümmelung zu berichten.

Inzwischen kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen und will mit ihrem Buch „Wüstenblume“ eine entscheidende Botschaft vermitteln: die Achtung der Menschenwürde.

4. Sabine Kügler

Schicksalsromane, vor allem aus fernen Kontinenten, scheinen den Nerv der Zeit zu treffen. So hielt sich beispielsweise auch Sabine Küglers Roman „Dschungelkind“ satte 59 Wochen in den Bestsellerlisten.

In ihrem Roman schildert die Autorin was uns eigentlich als unvorstellbar erscheint: als Tochter deutscher Forscher verbrachte sie nämlich ihre Kindheit inmitten des Dschungels von West-Papua, bei einem vergessenen Stamm von Kannibalen. Während andere Kinder in ihrem Alter mit Puppen spielten, fern sahen oder im Teenie-Alter die Shopping-Leidenschaft entdeckten, lernte Sabine Kügler die alten Rituale des Tötens und schwamm mit Krokodilen im Fluss.

Die Natur war ihr Spielplatz und der Dschungel ihre Heimat. Mit 17 Jahren kehrte sie schließlich nach Europa zurück, doch tief im Herzen verspürt sie immer noch ihre Verbundenheit zum Dschungel und den dringlichen Wunsch dorthin zurückzukehren.

5. Mende Nazer

Auch der nächste Roman über Frauenschicksale spielt an einem exotischen Ort, bedient aber ebenfalls das universell emanzipatorische Motive einer jungen Frau, die in ihr Schicksal hineingeboren wird und sich aus eigener Kraft ihrer Zwänge befreit:

Mende Nazer wird in eine Familie hineingeboren, die in einem Dorf im Sudan in einfachen Verhältnissen lebt. Als Mende 12 Jahre alt war überfielen Milizen ihr Dorf, brachten zahlreiche erwachsene Dorfbewohner grausam um und vergewaltigten sie. Schließlich wurde sie an einen Sklavenhändler verkauft und in die Hauptstadt gebracht.

Eine arabische Familie kaufte sie schließlich und hielt sie acht Jahre lang als Haussklavin. Dem nicht genug wurde sie geschlagen und sexuell misshandelt. Als Mende an die Schwester ihrer Herrin übergeben wurde, setzte sich ihr Sklavendasein in London unter einem sudanesischen Diplomaten fort. 2000 gelingt ihr mit Hilfe anderer Stammesangehöriger schließlich die Flucht und seitdem lebt sie in London. In ihren Autobiographien „Sklavin“ und „Befreit. Die Heimkehr der Sklavin“ verarbeitet sie ihre Lebens- und Leidensgeschichte eindrucksvoll.

6. Frauenschicksale des 19. Jahrhunderts

Ein ganz besonderes Normandie Buch, das über Frauenschicksale berichtet, stammt von dem berühmten französischen Schriftsteller Guy de Maupassant. In seinem Roman „Ein Leben“, der 1883 erstmals in Paris erschien, porträtiert er das Leben einer jungen 17-Jährigen. Jeanne, die frisch von der Klosterschule kommt, wartet voller Vorfreude auf ihren Auserwählten Julien de Lamare. Doch weder die traumhafte Landschaft der Normandie, noch Jeannes Glaube an die romantische Liebe kann sie vor ihrem Schock bewahren: die Hochzeitsnacht zerstört ebenso wie die Tatsache einen Geizhals geheiratet zu haben, ihr Weltbild.

Letztlich zeigt Guy de Maupassant in seinem Normandie Buch das Schicksal junger Frauen im 19. Jahrhundert auf: erzogen zur Naivität und Unmündigkeit treten die Frauen in den Stand der Ehe ein und führen ein Leben, bestehend aus ehelichen Pflichten.

Indem Guy de Maupassant mit seinem Romandebüt 1883 die damalige eheliche Situation wohlhabender Frauen und die Nichtsnutzigkeit einer ganzen sozialen Klasse auf den Punkt bringt, eckte er vorerst ordentlich an: der Roman wurde aus allen Buchhandlungen verbannt und erregte sogar im Parlament Aufsehen.

Inzwischen wird jedoch auch den deutschen Lesern eines der großen literarischen Frauenschicksale des 19. Jahrhunderts in moderner Übersetzung zugänglich gemacht.

Auch Sophia Cronbergs neuer Roman „Die Lilieninsel“ führt an die Küste der Kanalinsel Guernsey und berichtet über eine junge Frau, die einen Neuanfang wagt:

Denn nach dem Tod ihres Mannes zieht Marie mit ihren zwei kleinen Kindern in ein Landhaus an der schroffen Küste der Kanalinsel Guernsey. Doch bereits bei ihrer Ankunft erwartet sie eine herbe Enttäuschung: auch wenn das Haus direkt an den malerischen Klippen liegt, ist es völlig heruntergekommen und renovierungsbedürftig. Hinzu kommt auch noch ihr feindseliger Nachbar Bartholomé de Clairmont, Besitzer eines prachtvollen Anwesens.

Marie beschließt jedoch sich nicht unterkriegen zu lassen und das Haus mit Hilfe des attraktiven Architekten Vincent zu renovieren. Soweit der Plan, denn dann taucht in den Fundamenten plötzlich das Skelett einer Frau auf, die vor vielen Jahrzehnten spurlos verschwunden ist. Als Marie mehr über die Hintergründe ihres Todes herausfinden will, enthüllt sie das Schicksal der rätselhaften Liliane de Clairmont...

Welches Schicksal die Tote erleiden musste und welche Überraschungen möglicherweise noch auf Marie warten, erfahrt Ihr in Sophia Cronbergs Roman „Die Lilieninsel“.

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