Warum Du England lieben wirst
Träumen&Reisen

4 Gründe England nicht nur einmal zu besuchen

England – ein Zuhause für die Seele. Bettina Münster, Autorin von Der Fluch der Sirene, schwärmt von einer Insel.

Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, an dem ich mich wirklich vollständig fühle, an dem meine Seele zur Ruhe kommt und ich ganz ich selbst sein kann, ist das England, genauer gesagt der Süden des Landes. Manch einer mag das für langweilig halten, weil England nicht mit so aufregenden Reisezielen wie der Karibik oder Asien mithalten kann – könnte man denken.

Aber das Gegenteil ist der Fall. Es beginnt eigentlich schon mit dem Moment, in dem sich die Fähre auf den Hafen von Dover zu bewegt und man vom Ärmelkanal aus die majestätischen Kreidefelsen bewundern kann. Egal, wie oft ich schon auf diese Weise nach England gereist bin – der Anblick treibt mir jedes Mal aufs Neue Freudentränen in die Augen. Die englische Mentalität tut ihr Übriges, sich als Reisender willkommen zu fühlen. Die Briten sind ein sehr höfliches Volk, weswegen man auch als Gast unbedingt darauf achten sollte, in Fragen das Wörtchen „please“ unterzubringen, das sowieso in allen Lebenslagen angebracht ist, ebenso wie „thank you“.

 

 

 

Wenn man es dann geschafft hat, den ersten Kreisverkehr auf der „falschen“ Straßenseite direkt hinter dem Hafen von Dover unfallfrei zu durchfahren, steht dem ungetrübten Erleben der englischen Landschaft nichts mehr im Wege. Sanfte Hügelketten, durchbrochen von kilometerlangen Hecken und kleinen Wäldern lassen einem das Herz aufgehen und vergessen, dass man möglicherweise noch kurz zuvor damit beschäftigt war, Alltagssorgen zu wälzen. Vogelgezwitscher liegt in der Luft, und der Duft von feuchtem Gras und Blumen begleitet einen auf Schritt und Tritt.

Für Naturliebhaber hat die Dorset Coast ein ganz besonderes Highlight zu bieten: Durdle Door. Es handelt sich hierbei um ein riesiges Felsentor, das ins Meer hinein ragt und von einer atemberaubend schönen Felslandschaft umgeben ist. Man kann auf den Klippen spazieren gehen oder das Felsentor direkt vom Strand aus bewundern. In dem kristallklaren Wasser schimmern geheimnisvoll unterseeische Felsen und lassen erahnen, wie gefährlich es sein kann, sich mit einem Segelboot in die Bucht zu verirren. In der Lulworth Cove dagegen, einer nahe gelegenen, malerischen Bucht, kann man getrost vor Anker gehen und die sagenhafte Kulisse bei einem erfrischenden Bad im Meer genießen.

Wer nicht bis nach Dorset fahren will, dem hat der „Seven Sisters Country Park“, der nur etwa eineinhalb Autostunden von Dover entfernt liegt, einiges zu bieten. Man hat hier einerseits die Gelegenheit, dem Verlauf des Cuckmere River durch eine wunderbare Landschaft direkt bis zum Meer zu folgen, kann aber auch höher hinaus: Die Kette der Kreidefelsen, die sogenannten „Seven Sisters“, können zu Fuß erwandert werden und bieten eine spektakuläre Aussicht sowohl auf die umgebende Landschaft als auch auf das Meer.

Wer am „Beachy Head“ bei Eastbourne Halt macht, dem Kreidefelsen, der sich unmittelbar neben dem idyllischen Küstenbadeort erhebt, kann einen Blick in die Tiefe riskieren und den berühmten Leuchtturm dort bewundern. Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Kreidefelsen sind nicht gesichert und schon vielen Urlaubern zum Verhängnis geworden. Ein bisschen Nervenkitzel ist bei einer Wanderung also mit im Gepäck.

Wer anderen lediglich beim Nervenkitzel zuschauen möchte, hat hierzu vor allem im Sommer und bei gutem Wind Gelegenheit, denn dann treffen sich Dutzende Paraglider auf der Klippe, um sich in die Stille hoch über den Felsen zu erheben und die Gegend aus der Vogelperspektive zu beobachten, während tief unter ihnen auf dem Meer Wasserskifahrer die Wellen durchpflügen.

Wer die Geschichte des Landes erforschen will, ist einem der unzähligen Schlösser gut aufgehoben, wo man auf Tuchfühlung mit dem alten Adel gehen kann, während man durch die mit antiken Möbeln ausgestatteten Räume flaniert oder die englischen Gärten besichtigt, die zu beinahe jedem Schloss gehören.

Lokale Sagen und Legenden untermalen die mystische Atmosphäre, die in dieser Gegend beinahe greifbar ist. Ein Muss für jeden Romantik-Fan!

Wenn man dies alles genossen und englisches Urlaubsfeeling pur erlebt hat, bleibt am späten Nachmittag eigentlich nur noch eins zu tun: Man kehrt in einen der gemütlichen Tearooms ein, um echt englischen „Cream Tea“ zu genießen, bestehend aus einer guten Tasse Earl Grey sowie frischen Scones mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream.

In diesem Sinne: Genieße den Urlaub! England freut sich auf Dich. Als Urlaubslektüre stimmt Der Fluch der Sirene Dich gerne ein.

Deine Bettina Münster

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